Der Bundesgerichtshof hat deutlich gemacht, dass die Präimplantationsdiagnostik gesetzlich neu geregelt werden muss. Ziel unseres Gesetzesentwurfs ist es, Paaren, die einen bislang unerfüllten Kinderwunsch haben, eine Hilfe geben zu können. Wenn es in einer Familie bereits genetisch bedingte Krankheiten gibt, bleiben dem Paar bislang oft nur schlechte Alternativen. Entweder der Verzicht auf ein Kind oder die Einpflanzung eines Embryos, der nicht auf Erbkrankheiten untersucht wurde – mit der möglichen Konsequenz einer späteren Abtreibung –, oder der Weg ins Ausland. Hier kann die Präimplantationsdiagnostik (PID) eine Hilfe sein.
Präimplantationsdiagnostik ist ein Verfahren, das schon vor Jahrzehnten entwickelt wurde. Mit ihr wird ermöglicht, im Rahmen der künstlichen Befruchtung bereits vor der Einpflanzung eines Embryos in den Mutterleib zu untersuchen, ob der Embryo möglicherweise schwere Schädigungen hat, die dazu führen könnten, dass das Baby tot geboren wird oder nicht lebensfähig ist. In anderen Ländern ist die PID z. T. seit vielen Jahren zugelassen. Darunter sind auch katholisch-konservative Länder wie Polen oder Spanien.
PID ist nicht strafbar
Das Urteil des Bundesgerichtshofs zur PID bestätigt die Position, die die FDP seit mehr als zehn Jahren vertritt. PID ist nicht strafbar und verstößt nicht gegen das Embryonenschutzgesetz. Der BGH hat auch auf den Widerspruch zwischen der Zulässigkeit der Pränataldiagnostik (PND) und dem bisherigen Verbot der PID hingewiesen. Eine Abtreibung nach PND ist für die Frau körperlich und seelisch eine erheblich größere Belastung als ein Verwerfen eines genetisch belasteten Embryos in der Petrischale. Deshalb ist nicht verständlich, warum die PND erlaubt, die PID aber verboten sein soll.
Nachdem die Justiz ihr Urteil gefällt hat, ist nun die Politik am Zug. Natürlich gilt das Primat der Politik und in dieser ethisch sensiblen Frage sogar in einer ganz individuellen Weise. Jeder Abgeordnete soll sich – so ist es vereinbart – ganz ohne den sogenannten Fraktionszwang eine Meinung zur PID bilden können.
Es geht nicht um Designerbabys
Wir, die Befürworter einer begrenzten Zulassung, wollen keine Designerbabys mit Wahl der Haar- und Augenfarbe. Die Abtötung eines Embryos ist nur zu rechtfertigen bei schweren Krankheiten, die das Leben des Kindes und/oder der Mutter gefährden oder zu einer untragbaren Belastung machen. Nach meiner Auffassung sollte eine ärztliche Ethikkommission darüber befinden, ob bei einem Paar, das einen Kinderwunsch hat, Indikationen für eine Erbkrankheit vorliegen. PID verringert die Gefahren für die Frau, die bei einer Abtreibung eines geschädigten Embryos entstehen würden. PID bietet die Chance, dass mehr Kinder nach künstlichen Befruchtungen lebend zur Welt kommen. Eine begrenzte Zulassung der PID bedeutet keinen ethischen Dammbruch, da es um wenige Hundert Paare im Jahr geht. In den nächsten Wochen werden sich Gruppen aus allen Fraktionen zusammenfinden und Vorschläge vorlegen, die wir dann sehr verantwortungsbewusst im Parlament diskutieren werden.






















Danke, Frau Flach, für diese vernünftige, unaufgeregte Stellungnahme zur PID, Sie benennen und verteidigen die attakierte Randgruppe, nämlich die Wunscheltern die von schweren Erbkrankheiten betroffen sind, und sprechen mir damit aus dem Herzen.
Als Betroffener ist es mir immer wieder unerträglich, wie pauschal, Angst beladen und diskriminierend Politiker wie Frau Göring-Eckhard oder Katholische und Evangelische “Geistliche” sich allgemein gegen die PID äußern. Frau Göring-Eckhard diskriminiert gegen meine besten Freunde, hält sich aber selbst für die Ober-Anti-DiskriminiererIn. Das Baby ist jetzt in der 12ten Wochen, ich habe Ultraschall-Videos gesehen, es ist einfach wunderbar und fantastisch! Man hört den schnellen Herzschlag und sieht Kopf, Körper und Gliedmaßen-Ansätze. Dieses wundervolle Baby wäre niemals unterwegs, das Licht dieser Welt zu erblicken, ginge es nach Göring-Eckhard und anderen Totalverweigerern. Nach vielen Rückschlägen in den letzten 3 Jahren, haben meine Freunde dank moderner Medizin und PID endlich berechtigte Hoffnung, ein kleines Menschlein ihr Kind nennen zu dürfen.
Die linke Krankheit lautet Angst. Angst vor dem Designerbaby, Angst vor dem Weltuntergang, Angst vor dem Krieg, Angst vor einem neuen Tschernobyl, Angst vor Technik die sie nicht verstehen, Angst vor Nationalismus, Angst vor Rassismus – Nahezu sämtliche aktuelle Debatten werden von Grünen und weiten Teilen der SPD mit Angst und Unvernunft geführt, auch CDU und FDP sind von dieser Krankheit, die sie mit “Political Correctness” – mit Feigheit und Konformismus – beantworten, betroffen. Wenn Deutschland noch das Land der Dichter und Denker ist, warum sitzen diese nicht im Deutschen Bundestag? Wo sind die vernünftigen, kompetenten, ideologisch unverstellten Intellektuellen, die unsere Probleme weise anstatt verkrampft und aktionistisch lösen?