Wir kranken daran, dass Älterwerden von anderen definiert wird. In der Regel von Jüngeren, die selbst noch keine Erfahrung damit haben. Frank Schirrmacher

Der Elektromotor wird den Ottomotor ablösen

Studien der britischen Regierung besagen, dass schon in 20 Jahren die Erdölexploration eine stark fallende Tendenz aufweisen wird. Das Ende der privatwirtschaftlichen Nutzung von Erdölprodukten ist also schon zu sehen. Der Markt der E-Mobility wird also sehr viel schneller als angenommen explodieren.

Die Welt um uns herum verändert sich im Moment in allen Bereichen rasant. Leider nicht in allen Bereichen zum Positiven. Aber eine Entwicklung, die jetzt weltweit von fast allen Autoproduzenten verfolgt wird, ist faszinierend und gut, nämlich die Weiterentwicklung der Antriebseinheit von Autos und die Ablösung des Ottomotors durch den Elektromotor. Das ist gut für uns alle. Neueste Studien der britischen Regierung besagen, dass schon in nur 20 Jahren die Erdölexploration eine stark fallende Tendenz aufweisen wird.

Der Markt der E-Mobility wird also sehr viel schneller als angenommen explodieren.Das ist gut so. Denn wir machen uns bezüglich fossiler Brennstoffe von Einflüssen der Industrie, der Politik und den Förderländern frei – wir produzieren Strom selbst und exportieren sogar. Wir lindern Hunger in den Schwellen- und Entwicklungsländern und vermeiden irreversible Schäden an der Umwelt. Denn Getreide, Mais und Soja werden heute zum Teil nicht zur Herstellung von Nahrungsmittel, sondern zur Herstellung von Kraftstoffen gebraucht. Als Benzinersatz spielt Biokraftstoff in den USA und Europa heute bereits eine wichtige Rolle. Das auch als Kraftstoffethanol bekannte Produkt wird dort vor allem aus Mais hergestellt, der in den USA und in Mexiko in großen Mengen angebaut wird. Die Produktion von Ethanol war deshalb bisher für Mais optimiert. Mexiko muss nun aber perverserweise Verzehrmais importieren – die Nahrungsmittelpreise haben sich in der jüngsten Vergangenheit verdreifacht.

Ein Liter Bioethanol benötigt 3.000 Liter Wasser

Völlig aus dem Ruder gerät die globale Wasserbilanz durch neuere Entwicklungen bei den Biokraftstoffen. So werden für die Herstellung von einem Liter Bioethanol als Kraftstoff aus Mais circa 3.000 Liter Wasser benötigt! Eine Beimischung von circa 30 Prozent Ethanol zum Benzin bedeutet einen Bedarf von rund 330 Milliarden Litern. Um diesen Bedarf zu erzeugen, brauchen wir also circa 990 Billionen Liter Wasser. Die Autofahrer in den reichen Industrienationen werden subventioniert auf Kosten der Ärmsten der Weltbevölkerung. Das amerikanische Energie-Unabhängigkeits- und Sicherheitsgesetz von 2007 sieht vor, dass die Produktion von Bioethanol von 34 Milliarden Litern im vergangenen Jahr auf 57 Milliarden Liter im Jahr 2015 steigen soll. Das gelingt aber nur, wenn auch die trockeneren Bundesstaaten im Westen einbezogen werden. Um das Ziel für 2015 zu erreichen, würden Ethanolhersteller derzeit in allen Bundesstaaten ihre Produktionskapazitäten hochfahren, sagt Jerry Schnoor von der Universität von Iowa. “Die Situation ist hinsichtlich des Wasserverbrauchs nicht mehr nachhaltig, wir zapfen bereits Grundwasserspeicher wie den Ogallala an.”

Der Ogallala ist eine Art unterirdischer See östlich der Rocky Mountains, der mit 450.000 Quadratkilometern Fläche 25 Prozent größer als die Bundesrepublik ist und zu den größten Grundwasserspeichern der Welt gehört. Ich will gar nicht davon sprechen, wie viel wertvolle Natur für diesen Unsinn noch weiter vernichtet wird. Wir reden hier bei Anbau und Vernichtung von Ressourcen in Millionen Potenzen. Uns wird dies als eine umweltfreundliche Alternative zu Benzin verkauft. Die wahre Alternative heißt Elektromobilität. Das bedeutet: keine Feinstaub- und CO2-Emissionen, kein Gestank, kein Lärm. Kaum noch Wartungskosten. Der Betrieb und Unterhalt von Autos wird billiger. Und last, but not least – unendlich viel Fahrspaß.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: The European Redaktion, Harald Krüger, Wolfgang Tiefensee.

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Mehr zum Thema: Klimaschutz, Elektro-auto, Erdoel

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