In einer Diktatur haben sie nur zwei Möglichkeiten: Konformität oder Widerstand. Marco Schöller

95.134 Asylanträge seit Jahresbeginn

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge meldet neue Asyl-Zahlen – und die sind höher als gedacht und erreichen in nur fünf Monaten bereits die Größenordnung einer kompletten Großstadt

Die Zahl der neuen Asylanträge ist höher als vielfach angenommen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat jetzt die Daten für die ersten fünf Monate des Jahres 2017 veröffentlicht. Danach haben insgesamt 95.134 Personen in Deutschland Asyl beantragt. Im Mai 2017 wurden laut BAMF insgesamt 16.641 Asylanträge gestellt. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Anzahl an Asylanträgen damit um 1.793 Personen (+ 12,1 Prozent).

Zugleich kommt das BAMF mit der Bearbeitung von Altfällen rascher voran. Im Mai 2017 hat das Bundesamt über die Anträge von 87.649 Personen (Vorjahresmonat: 36.465, Vormonat: 63.420) entschieden. Zudem konnte die Zahl der anhängigen Verfahren von 232.493 (Ende April 2017) auf 165.099 (Ende Mai 2017) abgebaut werden.

Abgelehnt wurden die Anträge von 39.849 Personen (45,5 Prozent). Abschließend bearbeitet (z.B. durch Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 11.857 Personen (13,5 Prozent).

Hauptherkunftsland der Asylsuchenden im Mai 2017 war Syrien mit 3.952 Einzelpersonen. An zweiter Stelle lag der Irak mit 1.695 Personen. An dritter Stelle kam Afghanistan mit 1.374 Meldungen. Rückläufig sind dagegen die Asylgesuche von Albanern. Im Mai waren dies noch 474 Personen.

Auch wenn in nur fünf Monaten des laufenden Jahres 2017 die Größenordnung einer Großstadt gezählt wurde, so sind die Zahlen im Vergleich zu den dramatischen Jahren 2015/2016 insgesamt klar rückläufig. Zwischen Januar und Dezember 2016 zählte das BAMF 745.545 Erst- und Folgeanträge auf Asyl und damit mehr als im Vorjahr. 2015 hatten 476.649 Menschen in Deutschland Asyl beantragt.

Lesen Sie hier:

BAMF

Bundesinnenministerium

Bundeszentrale für politische Bildung

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Vera Lengsfeld, Hamed Abdel-Samad, Jürgen Fritz.

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