Viele Zeitungen leisten sich keine tiefgründigen Recherchen mehr. Sie vernachlässigen ihre Aufgabe, Wächter der Demokratie zu sein. Paul Steiger, Leiter der Stiftung für investigativen Journalismus “Pro Publica”, ist sich sicher: Große Medienkonzerne werden verschwinden. Das Interview führte Alexander Görlach.
Für den medienkritischen Dokumentarfilm “Starsuckers” versorgte der 33-jährige Regisseur Atkins zwei Jahre lang britische Zeitungen mit erfundenen Promi-Geschichten. Mit versteckter Kamera filmte er Verhandlungen mit Redakteuren und entlarvte so viele Boulevard-Zeitungen, die gute Geschichten drucken, ohne ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Mit The European spricht Atkins über die vergiftende Wirkung verlogener Medien auf die Gesellschaft.
Die Strafsache Kachelmann zeigt deutlich: Es gibt keinen Promibonus, vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Durch die mediale Aufmerksamkeit leidet neben der sachlichen Diskussion auch die Unschuldsvermutung.
Mittelfristig wird es schwer bis unmöglich, die Leser für Online-Texte bezahlen zu lassen. Die Konkurrenz im Netz ist einfach zu groß. Während das viel diskutierte Leistungsschutzrecht Monopolbildung begünstigt, bieten flexible Lizenzmodelle ein Mehr an Selbstbestimmung.
Wer den Journalismus am Leben erhalten möchte, muss vor allem eines tun: Journalismus machen.
Bei The Daily, der weltweit ersten Zeitung speziell für das iPad , ist sie als Marketing-Direktorin tätig. Bis Februar war Rebecca Grossman-Cohen Executive Director für strategisches Marketing bei The New Republic, wo sie die Bereiche Marketing, Auflage, Markenaufbau und soziale Medien für die Medienfirma verantwortete.
Mit dem Leck in den eigenen Reihen hat Wikileaks nicht nur unverantwortlich agiert, sondern sich selbst auch diskreditiert – diesen Vertrauensverlust wird die Plattform nicht wieder wettmachen können.