Nach dem Hurrikan Katrina ist vor dem Wiederaufbau. Über den Versuch, in New Orleans eine globale Lösung zur Wohnungsproblematik zu finden.
Aus einem Unbehagen an zeitgenössischer Architektur ist vielerorts die Rekonstruktion von wichtigen historischen Bauten und Ensembles populär geworden. Durch den Wiederaufbau historischer Strukturen sollen die städtebaulichen Wunden geheilt werden. Eine fragwürdige Behauptung.
Durch seine Arbeit in der Entwicklungshilfe Haitis lernte Felix Löwenstein das Armenhaus Amerikas, wie die Karibikinsel genannt wird, kennen. Seine Prognosen für Haiti waren und sind dunkel, aber es gibt Hoffnung, solange die richtigen Organisationen unterstützt werden.
Bei der Afghanistan-Konferenz in London stehen die Fragen nach Truppenaufstockung und einer Reintegration der Taliban im Vordergrund. Dabei gerät ins Hintertreffen, worum es beim Wiederaufbau ursprünglich gehen sollte: die Schaffung eines zivilen Staates, der auf eigenen Beinen stehen kann.
Vor mehr als zwei Monaten haben in Haiti etwa 60 Sekunden Erdbeben mehr als 200.000 Menschenleben gefordert, ganze Städte dem Erdboden gleichgemacht und einer Million Menschen das Dach über dem Kopf geraubt. “Malteser International” leistete von Anfang an Hilfe vor Ort. Nun, da sich das Chaos lichtet, gilt es in die Zukunft zu schauen.
Als alle anderen das Land verließen, blieb sie: Welt-Korrespondentin Birgit Svensson ist eine von nur noch zwei deutschsprachigen Journalisten im Irak. Ihr Bild von dem Land an Euphrat und Tigris ist ernüchternd. Gewalt und Tod gehören immer noch zum Alltag der Iraker.
Der Afghanistankonflikt ist nur politisch zu lösen. Es gibt keine militärische Lösung der innerafghanischen Auseinandersetzungen. Daher ist es jetzt umso wichtiger, ein klares Bekenntnis für den Beginn des militärischen Rückzugs abzulegen. Dieser muss noch im Laufe des Jahres 2011 beginnen.
Afghanistan krankt an der westlichen Militärpräsenz. Der ISAF-Einsatz hat viele nachhaltige Ansätze zum Wiederaufbau verhindert, die politische Kultur liegt auch zehn Jahre nach dem Einmarsch noch in Trümmern. Die Soldaten sind Teil des Problems, nicht Teil der Lösung.
Ohne Rücksicht auf die Fraktionsdisziplin käme wohl keine Verlängerung des Bundeswehrmandats für Afghanistan zustande. Um ein regionales Desaster am Hindukusch zu verhindern, gilt es nun, zügig zu handeln. Wir müssen die Verwaltungsfähigkeit der dortigen Regierung ausbauen und innenpolitische Reformkräfte unterstützen.
Ägypten kann den Aufschwung und die Demokratisierung nur mit Hilfe von außen schaffen. Die EU ist dabei der Wunschpartner vieler Menschen im Land. Doch dazu bedarf es mehr als warmer Worte: Europa sollte der jungen Demokratie finanziell und organisatorisch unter die Arme greifen.