Umstrukturierung der EU: Die Union hat jetzt einen Präsidenten, Herman Van Rompuy, und eine Außenministerin, Catherine Ashton. Der Historiker Heinrich August Winkler über das Wesen Europas, Unehrlichkeit in den Beitrittsgesprächen mit der Türkei und den globalen Dialog im 21. Jahrhundert. Das Gespräch führte Tobias Betz.
Zwei Unbekannte sollen die EU künftig führen: Catherine Ashton als europäische “Außenministerin” und Herman Van Rompuy als EU-Ratspräsident. Eine kluge Wahl, denn letztlich geht es in Europa nicht um die “eine Stimme”, sondern um einen gut geführten Chor.
Neuer Vertrag und “neue Köpfe” – die EU hat sich mit neuen Grundlagen zukunftsfähig gemacht. Jetzt kommt es auf die Handelnden an, was sie daraus machen.
Ein neuer Vertrag reicht nicht, um das Vertrauen der Bürger zu gewinnen. Entscheidend wird sein: Wozu brauchen wir die EU in der Zukunft?
Wer von Griechenland nichts als Opfer erwartet, verkennt die Lage: Zu lange wurde mit dem Land Geld verdient. Daher führt an der Solidarität nun kein Weg vorbei.