Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft erschien von Maxym Kidruk die Erzählung „Transfer“ im Band „Wodka für den Torwart. 11 Fußball-Geschichten aus der Ukraine“. Der ukrainische Autor arbeitete zunächst als Programmierer und reist seit 2008 durch Europa, Südamerika, Asien sowie Afrika. Er schreibt für verschiedene Zeitschriften und verfasst Reiseberichte. Maxym Kidruk wurde 1984 geboren und studierte Energietechnik in Riwne, Kiew und Stockholm.
Der freie Journalist (Jahrgang 1982) lebt in Berlin. Dort, sowie in Paris, Prag und Kiew hat er bis 2011 Liberal Arts, Politikwissenschaft und Soziologie studiert, zuletzt in einem zweijährigen Master in ukrainischer Sprache. Er schreibt unter anderem für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, „Spiegel Online“ und „Zeit Online“. Außerdem bloggt er auf jonathanwidder.de.
Die ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin (Jahrgang 1960) befindet sich seit August 2011 in politischer Haft in ihrem Heimatland. Zunächst 2005 und dann von 2007 bis 2010 war sie Ministerpräsidentin der Ukraine, das in der Zeit vom Parteienbündnis Blok Juliji Tymoschenko regiert wurde. In einem vor allem von EU-Seite kritisierten Prozess wegen Amtsmissbrauchs wurde Timoschenko zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt, die sie momentan abbüßt. Auch die Haftumstände werden immer wieder als menschenunwürdig veruteilt.
Boykotte von Sportereignissen bringen es nicht – dennoch muss die ukrainische Regierung vor der Fußball-EM in die Verantwortung genommen werden: Das geht über den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Im Sport hat Politik nichts verloren, heißt es. Vor allem dann, wenn bei großen Sportfesten die Wahl des Gastgeberlandes wieder einmal danebengeht.
So richtig will keine Stimmung aufkommen bei dieser EM. Die Euro- und Staatsschuldenkrise ist auch in den Stadien allgegenwärtig.
Sport ist nicht unpolitisch und die Fußball-EM in der Ukraine schon gar nicht. Ein politischer Boykott wäre daher das richtige Signal. Den Titel holen wir sowieso.
In der Debatte um einen Boykott der Fußball-EM in der Ukraine trifft Wunschdenken auf Wirklichkeit. Der Sport ist längst kein Fair Play mehr. Und dazu haben Politik wie Sportfunktionäre gleichermaßen beigetragen.
Hundertprozentige Wachstums-Polen, orangefarbene Grüne und Technokraten in der Defensive. Mit Julia Timoschenko und Philipp Lahm zieht Politik in den Fußball ein. Ein ernster Blick gen Osten.
Die Fußball-Europameisterschaft 2012 begeistert die Fans. Jutta Lindekugel sprach mit dem Autor Maxym Kidruk über die Bedeutung der EM für die Ukraine, die Fußballtraditionen seines Landes und Präsident Wiktor Janukowitsch.