„Obama hat bei Weitem nicht so viel erreichen können, wir er es sich gewünscht hatte.“ Stephen Wayne
Das Ausmaß der Staatsverschuldung ist dramatisch, aber nicht tragisch, denn sie hätte vermieden werden können. Das wirklich Tragische an der Krise ist, dass Griechenland nicht das einzig Vernünftige machen kann, nämlich den Internationalen Währungsfonds um Hilfe bitten.
Den Griechen steht ein harter Sparkurs bevor. Doch in der Krise liegt auch eine Chance, wie Irland erfolgreich vorgemacht hat: Eine heilsame Schockwirkung könnte den Euro aus der Krise sogar noch gestärkt hervorgehen lassen.
Die dramatische Form der Tragödie hat ihren Ursprung im antiken Griechenland; ihr prägendes Element ist die ausweglose Lage des Protagonisten. Ganz gleich, wie er sich verhält, letztlich wird er scheitern.
Mit Zähneknirschen tritt der Sozialdemokrat Steffen Reiche dafür ein, dass Europa Griechenland in der Finanzkrise unterstützen möge – aber nur unter Auflagen, die Athen zwingen, endlich mit offenen Karten zu spielen. Und Deutschland begnügt sich mit weniger Rüstungsexporten.
Deutschland hat ein vitales Interesse, dass Griechenland geholfen wird. Geht der Staat pleite, bleiben viele deutsche Banken auf ihren Krediten sitzen. Bleibt die Frage, welche Länder künftig noch Finanzhilfen beanspruchen.
Der Schwarzmarkt im Beschäftigungssektor macht 25 Prozent der griechischen Volkswirtschaft aus. Kein Wunder, dass in dem Land keine nennenswerte wettbewerbsfähige Industrie entsteht.
Die Finanzwelt wird von einem kleinen Expertenzirkel reguliert. Warum lassen wir uns das gefallen? Es wird Zeit für eine zivilgesellschaftliche Anstrengung, um der Finanzmarktkrise mit Macht entgegenzutreten. Hier sind Stiftungen, NGO und Thinktanks gefordert.
Die EU braucht neue Verträge, anders ist die Krise nicht zu überstehen. Damit keine neuen Schulden aufgetürmt werden, muss die EU-Kommission aufhören, das Vertrauen in den Euro zu untergraben, und ihre Beißhemmungen bei Regelverstößen endlich ablegen.
Der von der Bundesregierung eingesetzte Eurorettungsschirm wird in Karlsruhe auf den Prüfstand gestellt. Auch 24 Mitglieder des Wirtschaftsverbands “Die Familienunternehmer” schließen sich der Klage an. Die Befürchtung: Die Errichtung einer Transferunion verstößt nicht nur gegen den Vertrag von Maastricht, sondern birgt auch jede Menge wirtschaftlichen Sprengstoff.
Die Staatschefs der Europäischen Union müssen ihre Finanzmarktpolitik überdenken. Griechenland wird ohne Umschuldung nicht wieder auf die Beine kommen; die EU muss entsprechend handeln. Je länger wir warten, desto teurer wird die Rettung des Landes für den europäischen Steuerzahler.