Die Krisen unserer Zeit haben uns nicht al-Qaida-Terroristen, gierige Banker oder Industrielobbyisten eingebrockt; verantwortlich für die momentane Misere sind die politischen Führungskader. Sie haben den demokratischen Prozess ausgehöhlt.
In der global vernetzten Wissensgesellschaft können sich die Parlamente aus eigener Kraft nicht mehr die nötige Expertise aneignen, um durchdachte Entscheidungen zu treffen. Daher ist eine institutionalisierte Verteilung der Intelligenz im Machtapparat nötig, um Handlungsfähig zu bleiben.
Elitenzirkulation? Schaut doch mal nach Washington. Expertokratie? Komplexe Antworten werden nicht gedruckt. Volksentscheide? Doch nicht, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Wir brauchen eine unaufgeregte, demokratische Debatte, um den Anforderungen der Globalisierung zu begegnen.
Wissen ist für gute Entscheidungen unerlässlich. Doch wenn Politik “Experten” überlassen wird, verlieren die Bürger Selbstbestimmung und Vielfalt. Demokratische Perspektiven liegen jenseits von Expertokratie oder Status quo.
Mein Unwort des Jahres: die Märkte. Denn ein Finanzsystem ist immer nur so gut wie die Menschen, die von ihm leben.
In Brüssel wächst der Druck auf Ungarns rechtskonservativ geführte Regierung. Doch einen Technokraten wollen sich die Ungarn nicht so schnell einsetzen lassen.
Nicolas Sarkozy bangt um seine Wiederwahl. Der Präsident konnte seine Agenda nie glaubwürdig vermitteln – und wird doch Nachahmer finden.