Der abendländische Mensch hielt sein eigenes Entstehen für etwas Besonderes. Die Mechanismen der Menschwerdung rangen ihm Bewunderung ab. Das ist vorbei: Aus dem Wunder Mensch wird das Projekt Embryo.
Die Legalisierung der Präimplantationsdiagnostik macht es möglich, dass künstlich gezeugte Kinder gar nicht erst ausgetragen werden, wenn die Embryonen Krankheiten oder Gendefekte aufweisen. Die Bedenken wiegen schwer. Besonders die Möglichkeit einer eugenischen Auslese der Besten beunruhigt die Kritiker.
Als Argument gegen die Präimplantationsdiagnostik wird immer wieder ins Feld geführt, dass die Auswahl gesunder Embryos einer eugenischen Selektion gleichkommt. Dabei ermöglicht die PID, dass nachteilige Gene ohne Krankheitsausbruch von Generation zu Generation weitergegeben werden können.
Gewichtige Gründe sprechen gegen eine Zulassung der PID. Sie eignet sich nicht für eine individualisierte Sicht auf einzelne Paare, sondern degradiert Embryonen zu Körpermaterial. Die Ethik in der Medizin muss wieder ernst genommen werden und das ärztliche Handeln darauf verpflichten, Gesundheit zu schützen und zwischen dem Nutzen und den Risiken einer Behandlung abzuwägen.
Wissenschaft und Evolutionspsychologie stehen im Konflikt: Letztere wird dazu benutzt, männliches Verhalten zu legitimieren.