„Das Schöne an Meinungsfreiheit ist, dass jede Meinung nur so lange gilt, bis man eine bessere liest.“ Stefan Gärtner
Hinter der Bestürzung über Robert Enkes Selbsttötung verbirgt sich die Weigerung, die Endlichkeit zu enttabuisieren.
Oberflächlichkeit, Scheinheiligkeit und Egoismus. Die Trauerfeier zum Tod von Robert Enke hat offenbart, warum wir händeringend nach Vorbildern suchen – und keine finden.
Jo Groebel über die längerfristigen Konsequenzen der öffentlichen Trauer um Robert Enke.
Der Bundesgerichtshof hat klargestellt: Der Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen ist statthaft, wenn er sich auf den Willen des Patienten berufen kann. Damit, so heißt es, sei die Selbstbestimmung gestärkt worden. Die Freude über das Urteil übersieht jedoch: Das hohe Gut der Selbstbestimmung ist manchmal nur eine Matrjoschka, in der sich Unfreiheit verbirgt. Ein wirklich guter Tod wäre ein Tod in Geborgenheit.
Der gebürtige Berliner begann seine Karriere beim SC Schwarz-Weiß Spandau Berlin und Hertha BSC. Nach Stationen in Göttingen, Chemnitz und Neuruppin kam er zur Saison 2006/2007 zum 1. FC Union Berlin. Nach einem weiteren Zwischenstopp bei Tennis Borussia Berlin, wechselte er im Jahr 2008 schließlich zum FC St. Pauli. Im Herbst 2009 gab Biermann bekannt, dass er einen Selbstmordversuch unternommen habe und sich wegen seiner Depressionen in stationäre Behandlung war. Sein Buch „Rote Karte Depression“, in Zusammenarbeit mit Rainer Schäfer, ist ab dem 21. März 2011 im Handel.
Der ehemalige Profifußballer Andreas Biermann hat den Kampf gegen die Depression beinahe verloren, als er in letzter Sekunde die Notbremse zog. Im Interview mit Alexandra Schade spricht Biermann über den Druck, mit dem Profifußballer zurechtkommen müssen, den Tod von Robert Enke und die wohl schwerste Phase seines Lebens.
Der Suizid des Kunstsammlers und Künstlers Gunter Sachs war eine Kapitulation. Er zeigt die Widersprüche eines auf Leistung und Denkvermögen reduzierten Menschenbilds.
Die hard? Da es Gottes Hand nicht gibt, besteht auch kein Grund, nicht die eigene anzulegen. Eine Replik.
Wegen einer unbefriedigenden Beurteilung im Restaurantführer hat sich ein Spitzenkoch umgebracht. Warum das Tun nicht das Sein überlagern sollte und Zahlen keine Göttersprüche sind.
Im Winter stehen oft die Züge still – man darf trotzdem nicht den Bezug zur Welt verlieren.