„Berlusconi benutzt Statistiken wie ein Betrunkener den Laternenpfahl: als Stütze, nicht zur Erleuchtung.“ Romano Prodi
Was ist heiß an Plastik, außer dem Produktionsprozess und der Verbrennung? Plastik hat einiges gemeinsam mit Radioaktivität, Erdöl, Dioxin, Formaldehyd, Asbestfasern, Bioziden und vielem anderen mehr. Es geht ums Geld. Um die richtig großen Summen. Welche Rolle spielen da schon Umweltgefahr, Gesundheitsgefahr?
Optimismus kann für den Einzelnen gefährlich werden. Wir überschätzen unsere Chancen und unterschätzen das Risiko. Für die Gesellschaft allgemein zahlt sich Optimismus allerdings aus. Denn ohne Risikobereitschaft stagnieren Kultur und Wirtschaft.
Längst ist die drohende Atom-Katastrophe in Japan auch in Deutschland Wahlkampf-Thema. Zumindest in einem Punkt haben die dramatischen Ereignisse des Wochenendes auch etwas Gutes: Wir sind uns nun sicher, dass Atomkraftwerke niemals sicher sind. Zeit, den Irrtum einzugestehen.
Die Wähler haben Kanzlerin Merkel und ihrer Partei die Atomwende nicht abgekauft. Sie sind verunsichert, weil niemand das Risiko genau bestimmen kann, das im Zweifel aber tödlich ist. Wollen wir solch eine Technologie wirklich einsetzen?
Es gibt nur zwei Wesen, die ihre eigene Lebensgrundlage zerstören: Viren und Menschen. Im Gegensatz zu Viren können Menschen denken. Doch das macht die Sache nicht besser: Das Denken ließ Menschen Atomkraftwerke bauen. Das Denken kann das atomare Zeitalter aber auch beenden.
Der Statistiker und Philosoph Nick Bostrom leitet das Oxford Future of Humanity Institute. Mit Martin Eiermann sprach er über existenzielle Bedrohungen, genetische Manipulationen und die Bedeutung der Moral für technologischen Fortschritt.
Der Finanzkapitalismus hat keine Legitimität mehr. Auch die Spirale, mit der Staaten sich über Anleihen in immer größere Schulden geliehen haben, ist zu Ende gedreht. Es muss Schluss sein mit jeder Rhetorik, die uns anderes vormachen will.
Wirtschaftlich gesehen sind Staatsschulden kein Grund für Angst. Problematisch wird es, wenn die Menschen das Vertrauen in die Politik verlieren – und sich die Politik von den Finanzmärkten diktieren lässt, was zu tun sei.
Öffentlich-rechtliches Fernsehen hängt in der Wiederholungsschleife. Alles war schon mal da, alles wird recyclet, und der Rest ist auch nicht übermäßig prickelnd. Dabei hätte gerade das Gebühren-Fernsehen die notwendigen Mittel, um mehr Risiko zu wagen.