Marianne Birthler im Gespräch mit Volker Resing über ihr Erleben der friedlichen Revolution der DDR, ihre Beziehung zur Freiheit und den Abend des 9. Oktober. Das Interview wurde dem Buch „Kerzen und Gebete“ aus dem benno Verlag entnommen.
Am 9. Oktober 1989 bahnte sich die friedliche Revolution in der DDR auf den Straßen von Leipzig unumkehrbar ihren Weg. Es war dies die erste geglückte Revolution auf deutschem Boden – eine Nachricht, die noch immer unterwegs ist.
Imperialismus, Kommunismus, Revolution: Ausdrücke, die im japanischen Sprachgebrauch geprägt wurden, und ihren nach Weg nach China fanden. Die Sprachen Chinas und Japans haben sich über Jahrhunderte gegenseitig beeinflusst. Und tauschten so auch Ideen und politische Konzepte aus. Doch damit ist jetzt Schluss: Die Zukunft gehört der chinesischen Kultur.
Kurz vor der iranischen Revolution lasen die Studenten Romane von Gorki, Sartre und Erich Fromm. Dann verblühte die Hoffnung nach einem kurzen “Frühling der Freiheit”. Jetzt ist eine neue, selbstbewusste Jugend am Werk, die auf ihre ganz eigene Weise für Freiheit kämpft.
Kreativität finden alle toll. Solange man sie als hübsche Spielerei disqualifizieren kann. Wenn wir Individuen weiter systematisch daran hindern, ihr kreatives Potenzial auszuleben, werden wir als Gemeinschaft scheitern.
Wenn wie in Tunesien Diktatoren stürzen, ist die Ursache neuerdings immer recht schnell ausgemacht: Es sind nicht Menschen, die sie zu Fall bringen, sondern vielmehr die Social-Media-Dienste, die sie nutzen. Höchste Zeit für eine kleine Richtigstellung von Schreibtischtäter zu Schreibtischtäter.