Der 1961 im rheinischen Bad Honnef geborene Guido Westerwelle war von 1994 bis 2001 Generalsekretär der FDP und war bis 2011 ihr Bundesvorsitzender – in dieser Zeit galt Westerwelle als wichtigstes politisches Sprachrohr der Liberalen. Im Bundeswahlkampf 2009 erreicht er für seine Partei ein historisch gutes Ergebnis und wird Bundesaußenminister. Doch der Abstieg naht. Nach internen Querelen und mehreren katastrophalen Landtagswahlen musste Westerwelle 2011 vom Amt des Parteivorsitzenden zurücktreten.
Sein Vater war Bauer, seine Mutter Hausfrau. Franz Müntefering stammt aus dem Hochsauerlandkreis und lernte Industriekaufmann. In der SPD ist er seit 1966 und wurde 2004 Parteivorsitzender der SPD und damit zum Nachfolger Gerhard Schröders in diesem Amt. Aufgrund des Zwists um den Generalsekretär gab er den Vorsitz wenig später wieder ab, bekam ihn Anfang 2009 wieder und gab ihn nach der Wahlschlappe 2009 wieder ab. Das Amt des Parteivorsitzenden nannte „Münte“ einmal das schönste neben dem des Papstes. Er ist gläubiger Katholik.
Der Sturz von Scharping war der Anfang vom Ende. Sechs Vorsitzende hat die SPD seitdem verschlissen. Das wichtigste Parteiamt ist nachhaltig beschädigt. Jetzt hilft nur noch ein charismatischer Retter.
Westerwelle hat das Dreikönigstreffen überlebt; gerettet ist er nicht. Den Zeitpunkt seines Sturzes werden vor allem die innerparteilichen Gegner entscheiden. Sie brauchen Zeit, nachhaltige Pläne zu erarbeiten und das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.
Den Parteivorsitz ist Guido Westerwelle schon los. Außenminister wird er auch nicht lange bleiben. Wenn der Machtverfall einmal einsetzt, ist er kaum zu bremsen. Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen über ein erstaunlich mageres Politikerleben.
Oskar Lafontaine bewirbt sich nun doch nicht um den Parteivorsitz der Linken. Damit sind die Probleme der Partei allerdings nicht vom Tisch.