Der Pole Karol Wojtyla wurde 1978 zum Papst gewählt und als Johannes Paul II. weltberühmt – er starb 2005. Bevor er Oberhaupt der katholischen Kirche wurde, war Wojtyla Erzbischof in Krakau. Er hat seine Institution mit Charme in den Medien repräsentiert und den Dialog der Religionen inszeniert, ohne in der Sexualmoral einen Deut breit von der Tradition seiner Kirche abzuweichen.
Katholiken haben es dieser Tage nicht leicht. Bei aller zum großen Teil berechtigten Kritik an der katholischen Kirche darf die Berichterstattung nicht in Hetze ausarten. Es läuft etwas schief, wenn nachts Kirchenfenster eingeschmissen werden.
Benedikt XVI. will seinen Vorgänger im Mai seligsprechen: An dieser Nachricht biss sich die Presse die Zähne aus. Desinteresse und Bequemlichkeit sorgten für eine Bildungskatastrophe.
Papst Johannes Paul II. ist selig gesprochen worden. Für viele Millionen Christen weltweit war er Vorbild und Bezugspunkt; ein Popstar der Religion. Sein Credo ist auch politisch relevant: Sei ehrlich zu dir selbst, schiele nicht auf den Beifall der anderen.
Die Italiener haben einen Despoten gestürzt. Das Ausmaß der Zerstörung seiner Herrschaft tritt nun zutage. Italien muss die Kraft finden, sich von innen heraus zu erneuern. Hommage an ein Land, das ich liebe.