„Herr Stoiber könnte als Außenminister nicht einmal Frieden mit Österreich halten.“ Guido Westerwelle
Der Kardinal ist seit 1983 Bischof von Mainz und war von 1987 bis 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Lehmann wurde 1936 in Siegmaringen geboren und studierte Theologie in Freiburg und Rom. Er gilt als einflussreichster deutscher Katholik nach Papst Benedikt XVI.
Benedikt verleumdet die pluralistische Demokratie, deutet die Geschichte systematisch um und akzeptiert die Trennung von Religion und Naturwissenschaft nicht. Deshalb müssen wir die Würde des aufgeklärten Europäers gegen die Anmaßungen Roms verteidigen.
Vor zehn Jahren gab es in der Ökumene einen Aufbruch, die Verwerfungen des 16. Jahrhunderts schienen die beiden Kirchen nicht mehr zu interessieren. Doch seitdem hat sich nicht mehr viel bewegt.
Im Vergleich zu seinem Vorgänger, Johannes Paul II., hat es Benedikt XVI. bisher nicht geschafft, in seiner Rolle als Papst zu glänzen. Im Kampf gegen die oberflächliche Medienkultur hat er wenig Talent für öffentlichkeitswirksame Auftritte bewiesen. Im Gegenteil: Heikle Themen wurden schlecht kommuniziert.
Benedikt XVI. bewies in der römischen Synagoge, wie wichtig ihm der jüdisch-katholische Dialog ist. Wie passt das zusammen mit den Irritationen um die Karfreitagsfürbitte?
Papst Benedikts Synagogen-Besuch war keine Provokation, sondern wohldurchdacht. Denn der umstrittenen Pius-Bruderschaft hat er zwar die Karfreitagsfürbitte gestattet, doch die richtet sich nicht etwa gegen den jüdischen Glauben, wie ein eiliger Übersetzer vielleicht glauben mag.
Die katholisch-jüdischen Beziehungen haben sich unter Papst Benedikt XVI. deutlich verschlechtert. Indem Joseph Ratzinger den überwunden geglaubten kirchlichen Antijudaismus aufwertet, rückt er zugleich von den theologischen Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils ab.