„Es gibt Leute, denen sieht man an, dass es eine Sünde wäre, sie nicht zu kontrollieren.“ Günther Beckstein
Ich habe ein Recht auf die Dienstleistungen meiner Kirche. Grob gesagt: den Empfang der Sakramente und ein geregeltes Gemeindeleben. Das ist vorbei, in vielen Gegenden Deutschlands, in vielen Ländern der christlichen Welt. Denn: Der Zölibat hält gesunde Persönlichkeiten davon ab, sich für das Amt des Priesters zu entscheiden. Außerdem wäre es schön, wenn Geistliche sich um uns Gläubige kümmern könnten und sich nicht den ganzen Tag an ihrer Libido abarbeiten müssten.
Ständig wurden und werden die Grenzen zwischen pädagogischem Eros und Päderastie in den Schulen überschritten. Ob nun in der Kirchenstruktur oder von gewöhnlichen Reformpädagogen. Wer die Mauer des Schweigens nicht bricht, hilft den Vertuschern.
Eine Lehre, die wir aus dem Missbrauchsskandal ziehen müssen, ist: Der Weg auf Seiten mit kinderpornografischem Inhalt muss versperrt werden. Was in der Sakristei nicht geht, geht auch im Netz nicht. Alles andere befördert eine Kultur des strukturierten und einstudierten Wegschauens. So eine Kultur wollen wir nicht. Nicht in der Kirche, nicht in der Schule und nicht im Netz.
Katholiken haben es dieser Tage nicht leicht. Bei aller zum großen Teil berechtigten Kritik an der katholischen Kirche darf die Berichterstattung nicht in Hetze ausarten. Es läuft etwas schief, wenn nachts Kirchenfenster eingeschmissen werden.
Wer nur an Sicherheitsverwahrung denkt, vergisst die eigentlichen Herausforderungen für das Justizsystem, so der Rechtsmediziner Hans-Ludwig Kröber. Weder sind alle Straftäter in Sicherheitsverwahrung Pädophile, noch machen sie die Gruppe der am meisten rückfallgefährdeten Straftäter aus. Das Gespräch führte Alexander Görlach.
Das deutsche Justizsystem bietet zu viel Täter- und zu wenig Opferschutz. Kinderschänder müssen lebenslang für ihre Taten büßen – ihre Resozialisierung ist nichts als ein Wunschtraum. Und auch eine Datenbank aller Pädophilen im Netz kann dazu beitragen, unsere Kinder zu beschützen.
Schnell, aber nicht zu schnell: Genossen und Genossinnen, die sich dem Widerstand gegen bürgerlichen Zeitgeist anschließen, sollten ihre Schritte vorsichtig wählen. Ansonsten droht die Huldigung weltlichen Zeitgeists zu einem Stolperstein zu werden.