„Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.“ Winston Churchill
Ist die Deutsche Einheit gescheitert? Im Osten stagniert die Wirtschaft, die Bevölkerung schrumpft, Steuergeld verschwindet in Fässern ohne Boden. Doch das Erreichte ist keineswegs enttäuschend. Die Erwartungen waren einfach viel zu hoch. Im Osten Deutschlands vollzieht sich der radikalste Strukturwandel der Wirtschaftsgeschichte. Persönliche Opfer und politische Fehler waren unvermeidbar. Eine Zwischenbilanz.
Das Schloss wird nach dem Entwurf von Franco Stella wieder aufgebaut, egal, wie das Gericht am 2. Dezember entscheidet. Was jetzt vonnöten ist, ist eine breite kulturpolitische Debatte über das Konzept des Humboldt-Forums – bislang hat es nichts mit den realen Konflikten, die in unserer Gesellschaft verhandelt werden, zu tun.
Sie lagen sich in den Armen und feierten zur gleichen Musik: 20 Jahre später ist die Technobewegung ein wenig kühler geworden, Wirtschaftsinteressen sind heute vielen wichtiger. Gut, dass das Gefühl anderorts noch möglich ist.
Oskar Lafontaines One-Man-Show überdeckt den lebendigen Kern der Linkspartei. Zwar wird sie an Vergangenheit und Geburtswehen noch einige Jahre zu tragen haben. Dass die Partei im Westen erfolgreich bleibt, steht jedoch außer Frage.
Im Westen geht die Linke den Weg, den die PDS nach ihrer Etablierung im ostdeutschen Parteiensystem mit Erfolg beschritten hat. Die Themen sind heute identisch: Arbeitsmarkt, Sozialpolitik, Bildung; die Ansätze unterscheiden sich oft noch. Ohne Lafontaine könnte die Partei pragmatischer werden.
Eine Regierungsbeteiligung der Linken ist kein Konzept für NRW, sondern für Utopia. Denn tief im Westen steht die Partei für Ideologie statt Pragmatismus und will sich mit blütenreiner Weste in der Opposition einrichten. Falls sie aber noch nicht einmal in den Landtag einzieht, ist der Buhmann schon jetzt gefunden. Er kommt aus den eigenen Reihen.