Die Literaturwissenschaftlerin ist Professorin an der Universität Cambridge. Gopals Fachgebiet ist moderne britische und indische Literatur, postkoloniale Studien, feministische und marxistische Literatur. Bis 2010 war sie Dekanin des Churchill College.
Die große Mehrheit der Menschen steht hinter der Occupy-Bewegung.
Alles Spinner? Keinesfalls! Wer die Occupy-Bewegung als Kindergeburtstag abkanzelt, hat die Motivation der Demonstranten nicht verstanden. Doch die Messlatte liegt hoch: Occupy muss mehr werden als ein Strohfeuer mit Facebook-Unterstützung.
Die Roma galten lange als größte marginalisierte Gruppe Europas – doch sie sind nicht länger allein. Die Occupy-Bewegung macht deutlich, wie das System einen Großteil der Menschen außen vor lässt. Jetzt können wir von den Roma und ihrer Kultur lernen.
Niemand lässt sich ewig unfair behandeln. Darum gibt es die Occupy-Bewegung. Und darum sind Politiker die wahren Weltfremden.
Die Politik schlägt sich im Angesicht der aktuellen Proteste auf die Seite der Demonstranten. Weil sie jedoch Mitschuld an der Lage trägt, ist dies nichts als heuchlerischer Populismus.
Die Berichterstattung zur #Occupy-Bewegung verkennt das Wesentliche: Die Protestierenden wollen den politischen Raum nicht umdekorieren, sondern kernsanieren.
Wenn das Pferd tot ist, ist der Sattel sinnlos. Moralischer Kapitalismus, x-te Folge.
Okkupation ist ein wichtiger Teil des Protests, durch sie kann gesellschaftliche Veränderung bewirkt werden. Für die „Occupy“-Bewegung gilt das nicht – ihr Name ist nur Anmaßung.