Mehr als zehn Jahre nach dem Start des Afghanistankrieges ist die Hoffnung für einen guten Ausgang des Einsatzes fast völlig aufgebraucht. Wenn sie nicht schon abgezogen sind, bereiten sich die beteiligten Ländern auf den Abzug vor.
Der freie Autor leitet das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit – BITS. Hier beschäftigt sich Nassauer unter anderem mit Deutsche Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie internationalen sicherheitspolitischen Organisationen.
Der Westen führt in Afghanistan einen Krieg, den er nicht gewinnen kann und der nicht seine Aufgabe ist. Veränderungen in der Gesellschaft müssen von innen kommen – die deutsche Politik hat das noch nicht begriffen.
Statt über Abzugspläne zu diskutieren, sollten die NATO-Länder sich mehr über ihre bisherigen Fehler in Afghanistan Gedanken machen. Bislang nimmt man Opfer bei der zivilen Bevölkerung in Kauf, wenn es um den Schutz der eigenen Soldaten geht. Das ist moralisch falsch – und gefährdet den Erfolg der ganzen Mission.
Die Zahl der Toten in Afghanistan nimmt zu – auf beiden Seiten. Der Konflikt in dem Land ist militärisch nicht zu gewinnen. Es muss eine politische Lösung her, sagt der Journalist Felix Kuehn, der seit vier Jahren in Afghanistan lebt und arbeitet. Das Interview führte Mark T. Fliegauf.
Der türkische Europaminister Egemen Bagis gilt als Reformer und Motor hinter den EU-Beitrittsverhandlungen. Mit Daniel Fallenstein und Inanna Fronius sprach er über Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik. Die Türkei als Teil der EU, das sei nur eine Frage der Zeit.
Zwei Jahre nach dem Krieg mit Russland bekräftigt die stellvertretende Außenministerin Georgiens den Reformwillen ihres Landes. Mit Martin Eiermann sprach sie über die Rechte ethnischer Minderheiten und die Hinwendung zur EU.
Nichts ist gut in Afghanistan und nur wenig am Konzept der Bundesregierung. Militärische Gewalt wird den Konflikt nicht lösen. Der Abzug der NATO-Truppen ist der Beginn eines Friedensprozesses, nicht dessen Endpunkt.
Die Revolutionen im arabischen Raum haben deutlich gezeigt, wie schwerfällig die europäische Außenpolitik noch immer ist. Seien es unkoordinierte Vorstöße seitens einzelner Mitglieder oder die mangelhafte Handlungsfähigkeit. Nur wenn wir diese Defizite überwinden, können wir den strauchelnden Revolutionären beistehen.