Der 1927 in Danzig-Langfuhr geborene Grass gilt als einer der wichtigsten Autoren Deutschlands und ist weltweit bekannt. Mit seinen Werken prägte er wie kaum ein anderer Schriftsteller die deutsche Nachkriegsliteratur. Für seinen Roman „Die Blechtrommel“ erhielt er 1999 den Literaturnobelpreis. Politisch engagiert sich Grass seit den 1960er-Jahren immer wieder für die SPD. Grass wurde für seine erst spät bekannt gewordene SS-Mitgliedschaft und ein die israelische Politik kritisierendes Gedicht kontroves diskutiert.
Im Angesicht des Bösen sind wir fassungslos, empört, die Welt ist aus den Fugen – weil jemand sie bewusst zerstört. Doch man muss kein böser Mensch sein, um böse Taten zu begehen. Es gibt – empirisch tausendfach belegt – keinen Automatismus zwischen der Prägung in bestimmten Lebenswelten und Verbrechen.
Der Autor und Journalist gilt als einer bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Tucholsky, geboren 1890 in Berlin, warnte seine Zeitgenossen stets vor dem Nationalsozialismus. Der Demokrat und Pazifist ging nach deren Machtergreifung ins schwedische Exil, wo er 1935 auch starb.
Der CDU-Politiker war von (1966-1969) dritter Bundeskanzler Deutschlands. Für die 68er-Bewegung galt Kiesinger mit seiner NSDAP-Mitgliedschaft und den Notstandsgesetzen als absolutes Hassobjekt. Der 1904 geborene Kiesinger führte während seiner Kanzlerschaft die erste Große Koalition in der Geschichte Deutschlands. Er starb 1988.
Die neue Hitler-Biografie “War Hitler krank?” befasst sich mit vermeintlichen Geisteskrankheiten des Diktators. Der Mediziner Hans-Joachim Neumann und der Historiker Henrik Eberle recherchierten in den Tagebüchern von Hitlers Leibarzt Theodor Morell und liefern eine abschließende Diagnose: Hitler war gesund und voll schuldfähig, weder Krankheit noch Drogen beeinträchtigten seine Urteilskraft.
Das deutsch-jüdische Verhältnis ist gut, Deutschland tut aber zu wenig, um die Erinnerung an den Holocaust aufrechtzuerhalten. Diese Aufgabe fällt der jüdischen Gemeinde zu. Und die verändert sich, erklärt Michel Friedman. Ein Großteil der heute in Deutschland lebenden Juden kommt aus der ehemaligen Sowjetunion. Diese Menschen sehen sich als Sieger über Nazideutschland, nicht als Opfer.
Israelis, die das DFB-Team unterstützen, lassen deutsche Medien aus dem Häuschen geraten. Dabei ist das Verhältnis der Israelis zu Deutschland immer noch schwierig.
Am 23. September kommt ein Film über Entstehung und Rezeption des NS-Propagandafilms “Jud Süß” in die Kinos. Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu spielt den Hitler-Adjutanten Joseph Goebbels. Im Gespräch antwortet er seinen Kritikern, rechnet mit US-Präsident Barack Obama ab und verrät, wieso ihn die Zeit des Nationalsozialismus so fesselt. Das Interview führte Nina Klotz.
Martin Sonneborn, ehemaliger Chefredakteur des Satire-Magazins Titanic, bekräftigt seine Forderung nach dem Wiederaufbau der Mauer. Denn eigentlich sind es nicht die arabischen oder muslimischen Migranten, die die deutsche Intelligenz langsam schrumpfen lassen, sondern die ehemaligen Ost-Bürger. Und schlecht Deutsch sprechen sie auch noch. Das Interview führte Florian Guckelsberger.
Der Islam gehört nicht zur Geschichte Europas, die Muslime aber sehr wohl zur Gegenwart Deutschlands. Es ist grotesk, nach Jahrhunderten der Ablehnung jetzt die jüdisch-christliche Tradition gegen den Islam in Stellung zu bringen. Wir müssen lernen, mit einer neuen religiösen Minderheit zu leben und sie als Bürger anzuerkennen.