„Ich kann Latein nur aus meiner Zeit als Messdiener und da kam ‘casus belli’ nicht vor.“ Franz Müntefering
Die Muslimbrüder sind eine der mächtigsten Organisationen der islamischen Welt. Das macht sie zum gefürchteten Gegner und machtvollen Verbündeten. Sie sind auch in Deutschland aktiv, beobachtet vom Verfassungsschutz.
Islamisten haben auf den Straßen von Kairo ihr Revier markiert. Moderate Kräfte und Liberale müssen jetzt clever agieren, wenn sie sich mit den Forderungen nach weiterem Wandel nicht in den eigenen Fuß schießen wollen.
Die Muslimbrüder streiten mit dem Militär um das größte Kuchenstück der politischen Macht in Ägypten – doch bei den jungen Demonstranten auf dem Tahrir-Platz sind sie unbeliebt. Mit unlauteren Mitteln wollen sie sich jetzt den Wahlsieg sichern.
Die Wahlen in Ägypten waren wichtig und richtig – auch wenn manche Demonstranten lieber später abgestimmt hätten. Jetzt hängt es davon ab, wie Moslembrüder und Salafisten, die Wahlsieger, das gefährliche Klima abfangen.
Auch wenn in Marokko, Tunesien und Ägypten religiös motivierte Parteien an Macht gewinnen, ist das kein Grund, den arabischen Herbst auszurufen.
Revolutionskater in Ägypten: Auch nun da ein Jahr Arabischer Frühling ins Haus steht, gibt es im Land noch viel zu entscheiden. Der dritte Wahlgang sollte endlich Gewissheit über das künftige Parlament bringen.
Am Montag hat Ägyptens politisches System eine historische Wandlung vollzogen: Der regierende Militärrat hat ein frei gewähltes Parlament als Gegenspieler bekommen. Gleichzeitig hat sich damit auch institutionell das vollzogen, was schon seit Monaten immer offensichtlicher wurde: die Aufspaltung der Opposition in innerhalb des Systems und auf der Straße kämpfende Akteure.
Die ägyptischen Muslimbrüder suchen händeringend nach einem zu unterstützenden Präsidentschaftskandidaten. Sollten sie nicht bald einen aus dem Hut zaubern, könnte es auf Mubaraks ehemaligen Außenminister Amr Moussa hinauslaufen.
Die Muslimbrüder scheinen ihre Wahlversprechen in Ägypten einzuhalten. Die Konfrontation mit dem Militär aber scheuen sie – noch.
Droht Ägypten ein neuer Mubarak? Um dies zu verhindern, bringen die Muslimbrüder einen eigenen Kandidaten ins Spiel.