Eine Moschee, die es noch gar nicht gibt, spaltet die USA. Unweit des am 11. September 2001 zerstörten World Trade Centers soll ein islamisches Begegnungszentrum entstehen. Der Bau einer Moschee an derart sensibler Stätte ist erlaubt, wäre aber unklug. Er rührt an alte Wunden und wird neue schaffen – auch wegen seines zweideutigen Namens.
Amerikas Rechte bricht einen Moscheestreit vom Zaun und erstickt das Land in einer Spießigkeit, wie sie bislang nur in Europa denkbar schien.
Die Frage ist nicht, ob ein islamisches Religionszentrum in Manhattan gebaut werden soll. Die Frage ist stattdessen, warum überhaupt eine Debatte in der aktuellen Form geführt wird. Denn bei Argumenten gegen den Bau schwingen immer auch islamophobe Stimmungen und irrationale Ängste mit. Mit Fakten hat das wenig zu tun.
Angst, Hass und Ignoranz – das sind die Worte, mit denen Muslime oftmals die Stimmung beschreiben, die ihnen im Westen entgegenschlägt. Der Islam wird verdammt und verteufelt. So wird es immer komplizierter, interkulturelle Kommunikation voranzutreiben.
Während der Rest der Republik den Ausstieg aus der Atomenergie diskutiert, wird im Landtagswahlkampf in NRW ein Ausstieg aus dem Minarettbau forciert. Eine breite Bewegung rund um die islamkritische Bewegung Pro NRW schickt sich an, die Macht in Düsseldorf zu übernehmen.