„Dem Schiedsrichter zu widersprechen, das ist, wie wenn man in der Kirche aufsteht und eine Diskussion verlangt.“ Dieter Hildebrandt
In New York fliegen wieder die Fetzen: Darf in unmittelbarer Nähe von Ground Zero eine Moschee gebaut werden? Ja, sagt Bürgermeister Bloomberg. Nein, sagen die Konservativen. Vielleicht, sagt Obama. Kann das Schweizer Modell Abhilfe schaffen? Die Eidgenossen haben über den Minarett-Neubau per Volksentscheid abgestimmt.
Die Häme und der Ärger über das Schweizer Votum gegen den Bau neuer Minarette verdeckt das tatsächliche Problem: Die Politik findet keine sinnhafte Antwort auf eine weiterhin steigende Zuwanderung.
Egal ob Moslem, Christ oder Atheist, all jene, die auf den gesunden Menschenverstand setzen, müssten hinsichtlich des Minarett-Verbots fassungslos sein.
Die Abstimmung in der Schweiz ist nur vor dem Hintergrund einer Islamfeindlichkeit zu verstehen, die auch in Deutschland wahrzunehmen ist, meint Dr. Ayyub Axel Köhler, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland.
Nach der Entscheidung in der Schweiz ist es an der Zeit zu klären: Was ist islamisch und was lediglich Tradition? Eine Antwort kann nur im Dialog gefunden werden. Mit den Verbänden, aber vor allem mit Muslimen, die sich nicht vom Islam vereinnahmen lassen.
Wofür steht ein Minarett, und ist es ein Symbol für Glaube oder für Integration? Falsche Symbole und Werte führen in Europa, aber auch in der arabischen Welt, in die falsche Richtung, und zwar nach rechts.