Werbung für Türken ist anders, weil Türken anders sind. BEYS ist eine Werbeagentur, die Werbung für Türken macht. Auf der Suche nach der Frage, wie der türkische Mann ist, besuchte Benno Müchler den Gründer von BEYS Burhan Gözüakça.
Die Häme und der Ärger über das Schweizer Votum gegen den Bau neuer Minarette verdeckt das tatsächliche Problem: Die Politik findet keine sinnhafte Antwort auf eine weiterhin steigende Zuwanderung.
Einwanderungsgesellschaften sind selten frei von Konflikten. Niemand bestreitet, dass es Probleme gibt, im Gegenteil – es gibt viele! Integration ist eben ein wechselseitiger Prozess und kein fortwährendes Straßenfest.
Unser Kolumnist bekommt nicht genug von der Migrantendebatte und stellt die verbotene Frage: Sollte es nicht das Recht geben, ein anderes Volk einfach bescheuert zu finden? Freundlicherweise spielt er diese Idee mit jener Ausländergruppe durch, der er selbst angehört: den Österreichern.
Zwar sind wir uns mittlerweile einig, dass alle Menschen an dem Prozess der Integration beteiligt werden müssen, doch die Kosten sind ungleich verteilt. Von den Zugewanderten verlangen wir viel, nicht nur, dass sie Deutsch lernen. Nötig ist nun ein Diskurs miteinander, nicht übereinander.
Lange war der Begriff der Leitkultur in der politischen Versenkung verschwunden. Jetzt ist er wieder aufgetaucht. Doch es geht nicht darum, einen traditionsschwangeren Kulturkanon zu diskutieren. Wir müssen über unsere ideelle Lebensgrundlage sprechen – diese ist wandelbar und wird auch von Migranten mitbestimmt.
Integration beginnt bereits im Herkunftsland. Und wir brauchen diese Zuwanderer für eine zukunftsorientierte Gesellschaft. Die dazu nötigen Werte finden sich in der europäischen Antike.
Zwar gibt es in vielen Ländern mittlerweile Beauftragte für Integration, doch keiner von ihnen hat selbst einen Migrationshintergrund. Eigentlich seltsam für ein Land, das von alles und jedem einen Abschluss verlangt.
Die vom Sarrazin-Buch angestoßene Integrationsdebatte ist scheinheilig. Erstens brauchen wir die Einwanderer, zweitens gab es die Debatte bereits und drittens sind nicht Einwanderer das Problem, sondern die stetig wachsende soziale Ungleichheit.
Die Debatte um die Integration und Migration geht uns alle an. Wir sind auf dem besten Weg, einen Kampf der Kulturen herbeizureden. Dabei könnte die Zuwanderung ein Gewinn und Vorteil sein. Für uns alle.