Der König von Marokko ist Jurist, der seine Diplomarbeit über die Afrikanische Union geschrieben und danach in der Europäischen Union gearbeitet hat. Nach seiner Inthronisierung 1999, gründete er eine Kommission zur Überwachung der Menschenrechte in Marokko. Und obwohl er nicht alle Erwartungen erfüllt hat, hat er einen großen Schritt getan, um den Menschen in Nordafrika ein Stück Identität zurückzugeben: Vor vier Jahren veranlasste er die Förderung der Berber-Sprache Amazigh, die ab 2010 Pflichtfach an allen Schulen des Landes ist.
Im Interview mit The European spricht der Menschenrechtsexperte des internationalen Missionswerks “Missio”, Otmar Oehring, über Christenverfolgungen heute, die Not irakischer Flüchtlinge und erklärt, warum sich Christen in der Türkei bedrängt fühlen.
Anders als in vielen anderen afrikanischen Ländern blieben die Proteste in Marokko relativ klein. König Mohammed VI kann dies als Erfolg verbuchen, hat er doch mit einer geschickten Reform seinen Kopf aus der Schlinge gezogen und einen politischen Sündenbock installiert.
Auch wenn in Marokko, Tunesien und Ägypten religiös motivierte Parteien an Macht gewinnen, ist das kein Grund, den arabischen Herbst auszurufen.