Italien hat das Schlimmste überstanden: Berlusconi ist zurückgetreten. Eine entspannte Reise wird es trotzdem nicht für den designierten Regierungschef Mario Monti. Zum einen wird Berlusconi ihm weiterhin dazwischenreden, zum anderen muss er für Frieden innerhalb der Opposition sorgen. Und dann wäre da noch die Schuldenkrise …
Berlusconi ist weg, zumindest vorerst. Was für ein Land hinterlässt der große Zampano nach seinem Abgang? Mit Monti steht ein Bürokrat an der Spitze – doch der könnte den Italienern schnell zu fade werden.
Die italienische Gesellschaft ist stark fragmentiert. Kein Wunder, dass sich die Italiener mit Staat und Demokratie schwergetan haben – eine Situation, wie geschaffen für Berlusconi, der auch weiterhin Montis dritte Republik bedroht.
Berlusconi mag zwar nicht mehr über die Geschicke Italiens bestimmen, aber der Berlusconismus ist noch lange nicht tot. Für Vorhersagen ist es noch zu früh. Das Jahr 2012 wird in jedem Fall spannend.
Ein Blick hinter die Kulissen von Bella Italia hat das wahre Ausmaß der Katastrophe ans Tageslicht gebracht: Italien wurde kaputt regiert, Vetternwirtschaft und Korruption durchziehen alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Doch das größte Übel, Silvio Berlusconi, plant bereits seinen nächsten Streich.
Auf den flamboyanten Berlusconi folgt der nüchterne Technokrat Monti. Seine größte Herausforderung wird es sein, mit Geschick das Land vor den schlimmsten Folgen der Euro-Krise zu bewahren.
Das gesamte gesellschaftliche Modell Italiens ist am Ende. Das Land wird zum Unruhepol inmitten der EU und erinnert an Russland unter Boris Jelzin. Wie er hat auch Monti ein schweres Erbe angetreten.
Ob die Dritte Republik Italiens tragfähig ist, wird sich im Zuge der dringend benötigten Reformen erweisen. Die Bekämpfung der Steuerflucht sowie der Umbau des inflexiblen Arbeitsmarkts und der veralteten Verwaltung bedrohen das fragile Verhältnis zwischen Staat und Bevölkerung.