Ob der Verteidigungsminister zur Attacke vom Kunduz eine bewusste Falschaussage getroffen hat, wird vorerst seine politische Zukunft entscheiden.
Es gibt keine Affäre zu Guttenberg, sondern einen Krieg, der nicht so heißen darf, eine Regierung, die sich am Hindukusch verrannt hat, eine Kanzlerin, die sich wegduckt, und eine Opposition, die schnell vergessen hat, dass sie eben noch im Gleichschritt mitmarschiert ist.
Showdown am 22. April: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg muss vor den Untersuchungsausschuss. Nach den Aussagen des Generalinspekteurs Schneiderhan und des Staatssekretärs Wichert ist der CSU-Politiker am Zug. Es ist fraglich, ob zu Guttenberg überhaupt noch tragbar ist.
Immer noch drucksen deutsche Politiker, wenn es um die Frage geht, ob deutsche Soldaten in Afghanistan töten dürfen. Der Skandal um zivile Opfer beim Luftschlag von Kunduz verschleiert das Dilemma, mit dem sich deutsche Militärs jeden Tag konfrontiert sehen.