Der amerikanische Politiker sitzt für die Republikaner im Repräsentantenhaus und ist dort seit 2011 Mehrheitsführer. Cantor wurde 1963 in Virginia geboren und gilt als ein der großen Hoffnungen seiner Partei. Er ist derzeit der einzige Abgeordnete jüdischen Glaubens der Republikanischen Partei im Kongress.
Obwohl Henryk M. Broder vermutlich nicht zum Präsidenten des Zentralrates gewählt wird, markiert seine Kandidatur einen Wendepunkt. Aus den Juden in Deutschland sind wieder deutsche Juden geworden.
Nicht selten schmückt sich Israel mit der Behauptung, es sei die einzige Demokratie im Nahen Osten. Vor allem im Konflikt mit seinen arabischen Nachbarn wird dieses Ass gerne aus dem Ärmel gezogen. Aber ist Israel überhaupt eine Demokratie, kann es jemals eine sein?
Israel wurde gegründet auf einem Nationalgefühl und einem Erbe. In der Unabhängigkeitserklärung vom Mai 1948 heißt es: “Das Land Israel war der Geburtsort des jüdischen Volkes. Hier wurde seine spirituelle, religiöse und politische Identität geformt. Hier erlangten es erstmals die Eigenstaatlichkeit, kreierte kulturelle Werte von nationaler und universaler Bedeutung und gab der Welt das unendliche Buch der Bücher.”
Benedikt XVI. bewies in der römischen Synagoge, wie wichtig ihm der jüdisch-katholische Dialog ist. Wie passt das zusammen mit den Irritationen um die Karfreitagsfürbitte?
Papst Benedikts Synagogen-Besuch war keine Provokation, sondern wohldurchdacht. Denn der umstrittenen Pius-Bruderschaft hat er zwar die Karfreitagsfürbitte gestattet, doch die richtet sich nicht etwa gegen den jüdischen Glauben, wie ein eiliger Übersetzer vielleicht glauben mag.
Der Schriftsteller Martin Mosebach gilt als ein großer Verehrer von Papst Benedikt XVI. Vor allem dessen Kampf gegen den Werte-Relativismus und seine Liebe für die traditionelle Liturgie der katholischen Kirche sagen dem Büchner-Preisträger zu. Dabei findet Mosebach ein altes Gebet für die Bekehrung der Juden ebenso wenig anstößig wie die Annäherung Benedikts an die umstrittenen Pius-Brüder. Das Gespräch führte Alexander Görlach.
Das deutsch-jüdische Verhältnis ist gut, Deutschland tut aber zu wenig, um die Erinnerung an den Holocaust aufrechtzuerhalten. Diese Aufgabe fällt der jüdischen Gemeinde zu. Und die verändert sich, erklärt Michel Friedman. Ein Großteil der heute in Deutschland lebenden Juden kommt aus der ehemaligen Sowjetunion. Diese Menschen sehen sich als Sieger über Nazideutschland, nicht als Opfer.
Die Wahrheit Gottes auf Erden verhält sich wie Licht, das durch bunte Fenster strahlt. Die unterschiedlichen Farben stehen zueinander wie die christlichen Konfessionen – sie haben alle denselben Grund. Aber gilt das auch für das Judentum? Posener und Görlach streiten.