„Der Mensch kann nicht in einem einzelnen Lebensbereich recht tun, während er in irgend einem anderen unrecht tut.“ Mahatma Gandhi
Wer solche Koalitionspartner hat, braucht keine Feinde mehr. Die Demontage von Christian Wulff durch die FDP ist beispiellos. Sie zeigt, wie machtlos Guido Westerwelle in der Drei-Prozent-Partei ist.
Die Nominierung Gaucks ist ein rot-grünes Schurkenstück, das kein Deut moralischer ist als das parteipolitische Geschachere von Angela Merkel. Der liberal-konservative Gauck ist nie und nimmer der ehrliche Kandidat von Rot-Grün.
Christian Wulff ist der bessere Kandidat: Seine Themen werden Demografie, Generationengerechtigkeit und Integration sein. Da hat er Erfolge vorzuweisen, diese Themen entsprechen seinem Lebensalter und seiner familiären Situation.
Manchmal könnte der Eindruck entstehen, es würde über Joachim Gauck abgestimmt und nicht über das Amt des Bundespräsidenten. Das ist aber keineswegs der Fall. Christian Wulff hat die nötige Erfahrung im Politikbetrieb, die Gauck fehlt.
Der Wahlkampf von Christian Wulff und Joachim Gauck war kein Wahlkampf um Inhalte, denn beide Männer gehören demselben politischen Lager an. Der Wahlkampf war einer um Beteiligung. Deshalb sollen künftig alle Menschen, die in Deutschland leben, ihr Staatsoberhaupt wählen.
Als Kandidat mag er in der Bundesversammlung gescheitert sein. Für den Diskurs gegen die Politikverdrossenheit und für das Amt des Bundespräsidenten hat alleine das Antreten Joachim Gaucks dennoch großes geleistet.
Christian Wulff ist Bundespräsident, ein Präsident wie ein junger Chardonnay. Gauck, der unterlegene Liebling des Volkes, ist ein alter Pinot Noir. Was trinkt sich besser?
Die Grünen haben den Wahlausgang am vergangenen Mittwoch noch immer nicht verwunden. Vor allem die beiden Oberstrateginnen Renate Künast und Claudia Roth ergehen sich weiterhin in hanebüchenen Vorwürfen an die Linkspartei.
Vor einem Jahr ist Bundespräsident Köhler zurückgetreten und für unseren Kolumnisten begann ein Monat der Freiheit. In atemberaubender Geschwindigkeit entstand im Netz eine Kampagne für den überparteilichen Kandidaten Joachim Gauck. Ein Moment, den man nur jedem Demokraten wünschen kann.
Vor genau einem Jahr wurde Christian Wulff neuer Bundespräsident. Viel hat sich, trotz des groß angekündigten Herbsts der Entscheidungen, nicht getan. Doch noch ein Jahr im Stillstand können wir uns nicht leisten.