„Das Schöne an Meinungsfreiheit ist, dass jede Meinung nur so lange gilt, bis man eine bessere liest.“ Stefan Gärtner
Der 1927 in Danzig-Langfuhr geborene Grass gilt als einer der wichtigsten Autoren Deutschlands und ist weltweit bekannt. Mit seinen Werken prägte er wie kaum ein anderer Schriftsteller die deutsche Nachkriegsliteratur. Für seinen Roman „Die Blechtrommel“ erhielt er 1999 den Literaturnobelpreis. Politisch engagiert sich Grass seit den 1960er-Jahren immer wieder für die SPD. Grass wurde für seine erst spät bekannt gewordene SS-Mitgliedschaft und ein die israelische Politik kritisierendes Gedicht kontroves diskutiert.
Der Journalist beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit seinem Heimatland Israel. Bevor er in Medizin promovierte, studierte Yaron Arabisch und Geschichte am „Zentrum für Friedensstudien“ in Givat Haviva. Später arbeitete er unter anderem als Korrespondent für die „Rheinische Post“ und „Antenne Österreich“.
Israels rechte Regierung hat im Ausland derzeit wenig Freunde. Europäische Politiker und Diplomaten denken nostalgisch an die Zeiten, da in Jerusalem eine freundliche Linke mit politischen Idealen herrschte. Doch das ist eine Lebenslüge der internationalen Politik.
Es wird unermüdlich wiederholt: Tauben mögen den Frieden symbolisieren; aber nur Falken können ihn bringen. Das würde heißen, dass nur eine rechte israelische Regierung in der Lage ist, Frieden zu schließen. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass das so nicht stimmt.
Die palästinensischen Gebiete sind reif für die Unabhängigkeit, innere Spaltung hin oder her. Israels Forderung nach palästinensischer Einigung als Grundlage für Frieden und Unabhängigkeit ist ein fadenscheiniger Vorwand, den Friedensprozess herauszuzögern.
Nicht selten schmückt sich Israel mit der Behauptung, es sei die einzige Demokratie im Nahen Osten. Vor allem im Konflikt mit seinen arabischen Nachbarn wird dieses Ass gerne aus dem Ärmel gezogen. Aber ist Israel überhaupt eine Demokratie, kann es jemals eine sein?
Die einseitige Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates ist nicht mehr als ein klassisches Ablenkungsmanöver. Hamas und Fatah sind heillos verstritten. Doch solange es den Sündenbock Israel gibt, sucht niemand die Schuld in den eigenen Reihen. Tatsache ist, für Verhandlungen braucht Israel einen Verhandlungspartner. Jemand, der die Palästinenser als Einheit vertreten kann.
In der Balfour-Deklaration von 1917 befürwortete England eine Gründung Israels, wenn “nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte bestehender nicht jüdischer Gemeinschaften in Palästina … beeinträchtigen könnte”. Knapp ein Jahrhundert später ist Israel gegründet, aber ein Fünftel der Bewohner, die arabische Minderheit, fühlt sich mehr als beeinträchtigt.
Durch Soziale und politische Bewegungen wird die Gesellschaft in den Fokus internationaler Beziehungen gestellt und die Machtposition des Staates neu verhandelt. Auch in Israel grenzen sich unabhängige Organisationen vom Staatsapparat ab und verändern die Gesellschaft signifikant. Doch Verfechter einer militarisierten Gesellschaft nutzen die Schwächen der Zivilgesellschaft für ihre Zwecke aus.
Die Okkupation der palästinensischen Gebiete durch Israel muss ein Ende haben, und es gibt nur einen, der das schaffen kann. Ein radikal rechter Präsident. Mit dem nötigen ausländischen Druck bietet die Regierung Natanjahu Grund zur Hoffnung auf Frieden. Selbst für einen radikal Linken wie David Rubinger.