Egal ob Moslem, Christ oder Atheist, all jene, die auf den gesunden Menschenverstand setzen, müssten hinsichtlich des Minarett-Verbots fassungslos sein.
Die Abstimmung in der Schweiz ist nur vor dem Hintergrund einer Islamfeindlichkeit zu verstehen, die auch in Deutschland wahrzunehmen ist, meint Dr. Ayyub Axel Köhler, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland.
Der vereitelte Detroit-Anschlag hat gezeigt, dass selbst die strengsten Sicherheitskontrollen nicht ausreichen werden, jede Bedrohung durch Terroranschläge zu verhindern. Auch der sogenannte Krieg gegen den Terrorismus hat die potenziellen Gefahren, vor denen die Menschheit steht, nicht nachhaltig verringert.
Neue Ideen und mehr Engagement sind gefragt im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus. Ein Präventionsprogramm und ein Stück mehr Realismus könnten helfen, ein Jahrzehnt der Angst zu verhindern.
Die Entwicklungen in Somalia und Jemen lehren den Westen: Sicherheits- und entwicklungspolitische Ansätze müssen im Kampf gegen Terrorismus besser vernetzt werden – und zwar ganz ohne Ideologie.
Wer Terrorismus bekämpfen will, der muss sich um die Köpfe und Herzen der Menschen bemühen. In der Globalisierung mit ihrer Perspektive eines besseren Lebens liegt der Schlüssel für den Erfolg – das sollte vor allem Europa verstehen.
Die Sprache des Islam ist revolutionär – und für politische Zwecke zu gebrauchen. Um den globalen Dschihad zu befeuern, sucht El Kaida jedoch nicht nur im Koran nach Argumenten, sondern auch in der islamischen Geschichte.
Die Frage ist nicht, ob ein islamisches Religionszentrum in Manhattan gebaut werden soll. Die Frage ist stattdessen, warum überhaupt eine Debatte in der aktuellen Form geführt wird. Denn bei Argumenten gegen den Bau schwingen immer auch islamophobe Stimmungen und irrationale Ängste mit. Mit Fakten hat das wenig zu tun.
Angst, Hass und Ignoranz – das sind die Worte, mit denen Muslime oftmals die Stimmung beschreiben, die ihnen im Westen entgegenschlägt. Der Islam wird verdammt und verteufelt. So wird es immer komplizierter, interkulturelle Kommunikation voranzutreiben.
Das stetig steigende Aufkommen rechtspopulistischer Parteien und Politiker in Europa geht manchmal mit skurrilen Aktionen einher: Da werden Croissants schon mal zu Symbolen des vermeintlich gefährlichen Islam. In dem Versuch, eine kollektive nationale Identität zu beschwören, gehen diese Populisten zuweilen seltsame Allianzen ein.