Die katholisch-jüdischen Beziehungen haben sich unter Papst Benedikt XVI. deutlich verschlechtert. Indem Joseph Ratzinger den überwunden geglaubten kirchlichen Antijudaismus aufwertet, rückt er zugleich von den theologischen Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils ab.
Das deutsch-jüdische Verhältnis ist gut, Deutschland tut aber zu wenig, um die Erinnerung an den Holocaust aufrechtzuerhalten. Diese Aufgabe fällt der jüdischen Gemeinde zu. Und die verändert sich, erklärt Michel Friedman. Ein Großteil der heute in Deutschland lebenden Juden kommt aus der ehemaligen Sowjetunion. Diese Menschen sehen sich als Sieger über Nazideutschland, nicht als Opfer.
Die grüne Revolution schenkte vielen Exiliranern ein neues Selbstbewusstsein. Vorbei sind die Zeiten, in denen sie sich verschämt als Perser bezeichneten. Dank der Bilder des zivilen Ungehorsams aus Teheran, der häufig mit brutaler Gewalt durch die Polizei niedergeschlagen wurde, ist ein neues Bild der IR Iran entstanden.
Die Entwicklung in der Türkei gibt Anlass zur Sorge – längst gehen Extremisten und Holocaustleugner in Ankara ein und aus. Der Westen muss auf Erdogan zugehen und seine Wertschätzung zeigen, will er die Türkei als Verbündeten nicht verlieren.
Der Historiker und Holocaust-Experte wurde im Jahr 2006 vom Bundespräsidenten als Nachfolger von Alexander Gauland für fünf Jahre in den Stiftungsrat des Berliner Jüdischen Museums berufen. Aly besuchte nach dem Abitur die Deutsche Journalistenschule in München, ehe er Geschichte und Politische Wissenschaft in Berlin studierte und 1971 mit einem Diplom abschloss. 1978 promovierte er im Fach Politikwissenschaft. Anschließend arbeitete Aly er als Journalist für die „taz“, „Berliner Zeitung“ und die „FAZ“. 1994 habilitierte er sich am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin.
Als Querdenker erfährt Thilo Sarrazin Zustimmung aus der Bevölkerung: als einer, der endlich die Probleme anspricht. Doch es ist zu leicht, die öffentliche Meinung als dumm und latent rassistisch abzutun. Da müssen einem schon bessere Argumente einfallen.
Der Islam gehört nicht zur Geschichte Europas, die Muslime aber sehr wohl zur Gegenwart Deutschlands. Es ist grotesk, nach Jahrhunderten der Ablehnung jetzt die jüdisch-christliche Tradition gegen den Islam in Stellung zu bringen. Wir müssen lernen, mit einer neuen religiösen Minderheit zu leben und sie als Bürger anzuerkennen.
Die Amtszeit von Charlotte Knobloch geht Ende November zu Ende. Mit The European sprach die Präsidentin des Zentralrats der Juden über Leitkultur, die Bedeutung von Religion und die Herausforderungen der kommenden Jahre.
Seit dem Zweiten Weltkrieg fotografiert David Rubinger. Erst in Pariser Bars, dann Kriege und Staatsführer. Mit Louisa Löwenstein sprach er über die Bedeutung des Fotojournalismus und den Inhalt von Filmrolle 577.
Unser Kolumnist fühlt sich eigentlich unwohl, wenn man Menschen aus politischen Gründen einsperrt. Aber für Holocaustleugner macht er eine Ausnahme – und findet, dass auch für Stalinisten noch genug Platz im Strafvollzug sein sollte.