Die Führungsfiguren der schwarz-gelben Koalition passen so gar nicht zum traditionellen Weltbild der Konservativen. Die Hintergründe über die neue Prinzipienlockerheit im bürgerlichen Lager.
Guido Westerwelle muss mit Vorurteilen leben. Dass Schwulsein gut ist, hat Klaus Wowereit zum geflügelten Wort gemacht. Ob alle Liberalen und Bürgerlichen mit einem homosexuellen Außenminister klar kommen werden?
Dass Israel die größte Herausforderung für Außenpolitiker sei, ist ein verbreiteter Irrtum. Er wird dadurch nicht wahrer, dass man ihn fortwährend wiederholt.
Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai 2010 geht es um mehr als um die Frage, wer in den kommenden fünf Jahren das bevölkerungsreichste Bundesland regiert. Es geht um ein bundespolitisches Signal.
Die CDU als Deutschlands stärkste Partei tut sich schwer mit einem möglichen EU-Beitritt der Türkei. Während Kanzlerin Merkel es nicht auf einen internen Streit ankommen lassen wird, könnte sich in dieser Frage jemand anderes profilieren: Außenminister Westerwelle.
Die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat steht bei der NRW-Wahl auf dem Spiel. Sowohl Kanzlerin Merkel als auch FDP-Frontmann Westerwelle sitzen im selben Boot, dabei sind sie eigentlich nur verfreundet.
Jenseits krummer Geschichtsvergleiche und einer desintegrativen Politik: Die Westerwelle-Polemik gegen einen ausufernden Sozialstaat regt eine wichtige Debatte an: Die Leistungsfähigkeit des Einzelnen droht aus dem Blick zu geraten.
Flügellos geht die CDU in die Zukunft. Die fehlende Auswertung der mageren Ergebnisse zweier Bundestagswahlen wird sie vor Schwierigkeiten stellen. Diese große Leere kann dramatische Konsequenzen haben.
Der FDP-Chef ist nicht mehr zu halten: Er führt seine Partei nach rechts, er trennt Amt und privat nicht sauber. Die Parteibasis kommt mit dem Mövenpick-König, Luxushotel-Einweiher und Hartz-IV-Empfänger-Entehrer nicht mehr klar. Frau Merkel möchte keine vier Jahre mit ihm regieren. Sein Kopf wird rollen, bald schon.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, rechnet mit der Politik der Berliner Koalition ab. Im Interview legt er dem Kabinett Merkel den Rücktritt nahe, spricht über die Zukunft der Grünen und den Verlust eines geliebten Menschen. Das Interview führte Alexander Görlach.