„Wenn der Mensch nur noch Multitasking macht, dann kommt er nicht mehr zum Nachdenken.“ Frank Schirrmacher
Der Sturz von Scharping war der Anfang vom Ende. Sechs Vorsitzende hat die SPD seitdem verschlissen. Das wichtigste Parteiamt ist nachhaltig beschädigt. Jetzt hilft nur noch ein charismatischer Retter.
Die SPD sucht einen neuen Vorsitzenden, man kann ihr nur wünschen, dass es am Ende nicht Klaus Wowereit wird. Berlins Regierender Bürgermeister versteht sich auf die Kunst des Schmeichelns, er ist aber niemand, der in der Partei die unterschiedlichen Flügel integrieren kann.
Der designierte SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel erinnert in seinem Auftreten an Altkanzler Gerhard Schröder. Doch mit dessen Basta-Stil wird er die SPD kaum retten können.
Trotz ihres Rekordergebnisses bei der Bundestagswahl stecken die Grünen vor neuen Unwägbarkeiten. Die heiklen machtstrategischen Debatten werden von einer “zweifelhaften Persönlichkeit” bestimmt.
Warum die “Bürgerliche Gesellschaft” für die Fragen der Zukunft am besten gewappnet ist.
Gordon Browns Aussichten auf einen Wahlsieg schwinden täglich, weil er kleinlich regiert, statt zu führen. Angela Merkel mag ängstlich auf Browns verzweifeltes Aufbäumen blicken, denn beide teilen dieselbe Schwäche: ihren Führungsstil.
Ist es Zufall, dass Angela Merkel in der Kritik steht, während Gordon Brown abgewählt wird? Mitnichten. Beide müssen lernen: Probleme zu lösen allein reicht nicht, um erfolgreich eine Nation zu führen.
Gordon Brown Führungsschwäche zu unterstellen ist unsinnig. Denn die Amtszeit des Premiers ist überladen mit Problemen, für die der Schotte wenig kann.
Angela Merkel weigert sich, Guido Westerwelle kann nicht, Oskar Lafontaine will nicht mehr, und jetzt auch das noch: Michael Ballack verletzt sich. Deutschland gehen die Leader aus. Was nun?