„Europa ist keine USA mit Krankenversicherung und Louvre, sondern ein Riesenmarkt unter deutscher Hegemonie.“ Stefan Gärtner
Sein Vater war Bauer, seine Mutter Hausfrau. Franz Müntefering stammt aus dem Hochsauerlandkreis und lernte Industriekaufmann. In der SPD ist er seit 1966 und wurde 2004 Parteivorsitzender der SPD und damit zum Nachfolger Gerhard Schröders in diesem Amt. Aufgrund des Zwists um den Generalsekretär gab er den Vorsitz wenig später wieder ab, bekam ihn Anfang 2009 wieder und gab ihn nach der Wahlschlappe 2009 wieder ab. Das Amt des Parteivorsitzenden nannte „Münte“ einmal das schönste neben dem des Papstes. Er ist gläubiger Katholik.
Er ist der letzte aufrechte Sozialdemokrat. Er ist die SPD. Doch die Bundestagswahl hat den Mythos Müntefering entzaubert. Die Partei gilt als depressiv und der scheidende Vorsitzende ist alles, nur kein Rezept für morgen.
Die alte Garde der Schröderianer-SPD scheint bis auf Frank-Walter Steinmeier entmachtet, neue Gesichter werden die Partei prägen. Doch was sagt das aus über Zustand und Zukunft der SPD?
Franz Münteferings Bonmot, der SPD-Vorsitz sei das schönste Amt neben dem Papst, hat sein Verfallsdatum lange überschritten. Niemand mehr beneidet den Pontifex nach den jüngsten Medienkampagnen. Während die SPD sich langsam erholt, rutschte Benedikts Popularität auf ein Niveau, das zur deutschen Gesellschaft paßt.
Die glanzlose Ära der “Basta!”-Politik hat die Sozialdemokratie hinter sich und muss nun zu sich selbst finden. Daher ist es gut, wenn die Post-Schröder-Partei sich streitet, wohin sie eigentlich will. Aber bitte nicht über die Rente mit 67!