Deutschland hat ein vitales Interesse, dass Griechenland geholfen wird. Geht der Staat pleite, bleiben viele deutsche Banken auf ihren Krediten sitzen. Bleibt die Frage, welche Länder künftig noch Finanzhilfen beanspruchen.
Große Koalition oder Rot-Rot-Grün? Parteienforscher Karl-Rudolf Korte sieht im Linksbündnis ein Risiko für die SPD. Die Große Koalition hingegen würde von verlässlichen Vertragspartnern getragen.
Das Interview führte Alexander Görlach.
Der Kampf um den Euro hat die Form eines Krieges angenommen. Nicht die eines normalen Krieges, sondern eines asymmetrischen. Zwischen dem Vorgehen der Spekulanten und dem der Taliban sind deutliche Parallelen erkennbar.
Das Monopol der US-Rating-Agenturen muss gebrochen werden. Nur so kann die Euro-Zone gestärkt werden. Für die erfolgreiche Etablierung einer solchen Rating-Agentur müssen fünf Voraussetzungen erfüllt werden.
Die Europäische Union stand vor dem Aus. Die Staatslenker haben ihre nationalen Interessen hinten angestellt und nicht nur den Euro, sondern die Friedensordnung auf dem Kontinent gerettet. Nun sind wir frei und solidarisch. Wieder einmal kann Europa dem Rest der Welt als Beispiel dienen.
Die Krise erinnert an die große Depression in den 30er-Jahren. Schuld ist nicht die Gier der Einzelnen, sondern Systemfehler. Jetzt muss die Finanztransaktionssteuer her, um die Finanzwirtschaft an den Kosten der Rettung zu beteiligen. Das Interview führte Markus Weckesser.
Das deutsch-französische Verhältnis braucht dringend eine Frischzellenkur – aber ohne Sarkozy und Merkel. Sie haben es beide nicht geschafft, Europa eine Vision zu verleihen.
Durch die Krise des Euro werden nationalistische und euroskeptische Meinungen wieder salonfähig – auf beiden Seiten des Rheins. Zum Glück haben Merkel und Sarkozy das jetzt erkannt.
Unser Kolumnist gibt zu, sich zu selten um die Schwachen und Kranken zu kümmern, aber nun muss es einmal sein: Liebeserklärung an den armen alten Vater Staat.