Die Türkei gewinnt an Bedeutung und bereits heute ist das Land die Verbindung der EU zur islamischen Welt. Zwar muss ein möglicher Beitritt an die aufgestellten Kriterien gebunden sein, doch das sind Maßstäbe, die sich auch andere Mitgliedsstaaten gefallen lassen müssen.
Die CDU als Deutschlands stärkste Partei tut sich schwer mit einem möglichen EU-Beitritt der Türkei. Während Kanzlerin Merkel es nicht auf einen internen Streit ankommen lassen wird, könnte sich in dieser Frage jemand anderes profilieren: Außenminister Westerwelle.
Die Entwicklung in der Türkei gibt Anlass zur Sorge – längst gehen Extremisten und Holocaustleugner in Ankara ein und aus. Der Westen muss auf Erdogan zugehen und seine Wertschätzung zeigen, will er die Türkei als Verbündeten nicht verlieren.
Der starke Mann von Ankara hat die Wahlen gewonnen. Erdogan regiert ein boomendes Land: Die Wirtschaft wächst, das Land ist zum regionalen Knotenpunkt geworden – die Türkei ist das Gegenbild zur kränkelnden EU. Einzig der konservative Nationalstolz droht die Modernisierung des Landes zu behindern.
Die Türken hassen den Kompromiss – das Land strotzt derzeit vor Innovationskraft und Deutschland könnte an dieser Entwicklung teilhaben, denn in der Euro-Krise liegt auch eine Chance.