„Wir sind reich genug, um uns Klimaschutz zu leisten - und zu arm, um darauf zu verzichten.“ Sigmar Gabriel
Entwicklungshilfe ist eine Sache, Katastrophenhilfe eine etwas andere. Eines jedoch haben sie gemeinsam. Man kann sie für eigene Zwecke instrumentalisieren, indem man zum Beispiel den Helden spielt. Niemand kann das besser als die Amerikaner, ob in Washington oder Hollywood. Aber immerhin, Hilfe kommt, aus welchen Beweggründen und Quellen auch immer.
Durch seine Arbeit in der Entwicklungshilfe Haitis lernte Felix Löwenstein das Armenhaus Amerikas, wie die Karibikinsel genannt wird, kennen. Seine Prognosen für Haiti waren und sind dunkel, aber es gibt Hoffnung, solange die richtigen Organisationen unterstützt werden.
8917 Kilometer liegen zwischen Tokio und Berlin. Und eine gigantische Leere. Denn auf der Strecke ist die Menschlichkeit verloren gegangen.
Die Katastrophe in Japan wird von allen Seiten vereinnahmt – in den USA beschwört der erzkonservative Moderator Glenn Beck die Idee einer Rache Gottes, in Deutschland macht die linke Anti-Atom-Lobby vor dem Hintergrund des AKW-Unglücks mobil. Können wir nicht einfach einmal wortlos Mitleid zeigen?
Die Reaktorkatastrophe in Fukushima erlaubt eine spannende Beobachtung: Wie gehen die unterschiedlichen Nationen jeweils mit der Angst vor einem AKW-Unfall im eigenen Land um? Während die Deutschen in Hysterie und Aktionismus den sofortigen Ausstieg fordern, reagieren Menschen am anderen Ende der Welt gelassener. Ein Erklärungsversuch.
Die Professorin für Public and International Affairs ist Direktorin des Center for Disaster Management an der Universität Pittsburgh, USA. Louise Comfort ist weiterhin Autorin und Ko-Autorin diverser Bücher über Krisenmanagement und untersuchte im Zuge ihrer Forschungstätigkeiten u.a. die Reaktion auf achtzehn Erdbeben in vierzehn Ländern. Dabei fokussierte sie sich zuletzt auf den Übergang von Reaktion zur Wiederherstellung auf das haitianische Erdbeben in 2010.