Fast 2,3 Billionen US-Dollar wurden in den letzten 60 Jahren in Afrika vom Westen investiert. In dieser Zeit sind die verschiedensten Ansätze der Entwicklungshilfe gescheitert.
Das Geld aus dem Westen wird vor allem in den Aufbau von Bürokratie gesteckt. Es fehlt an einem Benchmark, um wirklich sinnvolle Maßnahme zu forcieren.
Die Augen der Welt sind entsetzt auf eine Insel in der Karibik gerichtet. Haiti, das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, wurde von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht. Tausende Tote und eine humanitäre Katastrophe sind die Folge. Es stellt sich nun die Frage, wie und ob überhaupt Haiti noch zu retten ist. Die Antwort ist nein. Dennoch brauchen die Bewohner Haitis unsere Hilfe.
Haiti ist vergessen, die Hilfe wurde drastisch heruntergefahren. Auf der Insel hat wieder “business as usual” eingesetzt. Ein Plädoyer für mehr Nachhaltigkeit bei der Hilfe zur Selbsthilfe.
In schlechten Zeiten ist Entwicklungshilfe einfach zu teuer – aber wie sonst soll man Weltmarkt und Abendland miteinander versöhnen?
Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank geben sich gern großzügig. Doch Entwicklungsländer profitieren kaum von den Programmen der beiden Organisationen. Im Gegenteil: Knallharte Klientelpolitik zugunsten der reichen Industrienationen und IWF-Geldgeber treibt Asien und Afrika in die Abhängigkeit. Großzügigkeit sieht anders aus.
IWF, Weltbank, WTO: Ihrer Mission zufolge zielen diese internationalen Organisationen darauf ab, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Politik zugunsten der Armen ist das Credo. Doch wenn sich die Leistungen an Marktinteressen orientieren, kann Hilfe zur Ausbeutung werden.
IWF und Weltbank werden gern von allen Seiten angegriffen. Doch wer dies tut, versteht die Aufgaben der Organisationen falsch. Es geht nicht um Utopien und Politklamauk, sondern um konkrete Schritte in Richtung Good Governance.
Der Internationale Währungsfonds war konzipiert als Garant für die Stabilität der internationalen Finanzmärkte. Heute macht die Organisation vor allem Schlagzeilen durch verfehlte Entwicklungspolitik. Doch ein Umdenken setzt ein. Wir beginnen, Alternativen zum neoliberalistischen Dogma der 1990er ernst zu nehmen.
Äthiopien erhält jährlich mehrere Milliarden US-Dollar Entwicklungshilfe. Doch viel davon versandet im korrupten Staatsapparat und in den Taschen der einzigen Partei des Landes. Gute Vorsätze tragen dazu bei, die Diktatur zu festigen. Es muss sich etwas ändern bei der Geldvergabe.