Der Elitenforscher Michael Hartmann findet, dass eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes für mehr Gerechtigkeit sorgt als Studiengebühren. Im Interview mit The European spricht Hartmann außerdem über sein Selbstverständnis als Linker und den Begriff der “Elite”. Das Interview führte Alexander Görlach.
Der Rücktritt Horst Köhlers kommt zum ungünstigsten Zeitpunkt für die politische Elite in Berlin. Am Höhepunkt der Parteienverdrossenheit tritt der beim Volk beliebte Köhler zurück. Das wird auf alle Parteien zurückschlagen. Eng wird es jetzt vor allem für die Kanzlerin.
Auf die Versteinerung der Parteien folgt nun deren Zerbröseln. Die Rücktritte von Köhler, Koch & Co. zeugen von dem Fehlen realistischer Handlungsperspektiven und klarer Strategien. Die politische Elite Deutschlands wird kaum die nötigen Kräfte mobilisieren können.
Elitenzirkulation? Schaut doch mal nach Washington. Expertokratie? Komplexe Antworten werden nicht gedruckt. Volksentscheide? Doch nicht, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Wir brauchen eine unaufgeregte, demokratische Debatte, um den Anforderungen der Globalisierung zu begegnen.
Wissen ist für gute Entscheidungen unerlässlich. Doch wenn Politik “Experten” überlassen wird, verlieren die Bürger Selbstbestimmung und Vielfalt. Demokratische Perspektiven liegen jenseits von Expertokratie oder Status quo.
Als Querdenker erfährt Thilo Sarrazin Zustimmung aus der Bevölkerung: als einer, der endlich die Probleme anspricht. Doch es ist zu leicht, die öffentliche Meinung als dumm und latent rassistisch abzutun. Da müssen einem schon bessere Argumente einfallen.
Unser Kolumnist wundert sich über die Sehnsucht der Deutschen nach dem Konservativismus. Dabei haben sie nichts gründlicher erledigt als die Liebe zum Althergebrachten. Man meuchelt ja auch nicht die eigene Erbtante und heult dann an ihrem Grab herum.
Nur etwa 50.000 Menschen sprechen heute noch Rätoromanisch. Doch die Sprache ist mehr als ein museales Relikt: Als Ausdruck lokaler Kultur und Motor der schweizerischen Literatur ist Rätoromanisch auch heute noch hochaktuell. Vor allem im Zeitalter der Globalisierung wird sie zum wichtigen Anker der Region Graubünden.
Unser Kolumnist beobachtet, wie trotz aller Warnungen täglich deutsche Kinder kaputt getauft werden. Der „Kevinismus“ ist Volksseuche, obwohl wir doch mittlerweile alle wissen, wohin ein solcher Name zu führen vermag. Eine Krankheit, die nun auch auf die Ahmeds und Cems dieser Republik übergesprungen ist.