Der Westen führt in Afghanistan einen Krieg, den er nicht gewinnen kann und der nicht seine Aufgabe ist. Veränderungen in der Gesellschaft müssen von innen kommen – die deutsche Politik hat das noch nicht begriffen.
Es ist gut, dass am 11. September kein Koran brannte. Bücher zündet man nicht an, Bücher, die anderen heilig sind, schon gar nicht. Weniger gut ist es, dass Ausfälle gegen den Islam verurteilt, solche gegen Judentum und Christentum aber eher toleriert werden.
Mit Kurt Cobain starb auch die Unschuld der 90er-Jahre. Im Interview mit Alexander Görlach zieht Jörg Rohleder Bilanz: ein Gespräch über Popkultur, Politisierung und den Sound des Erwachsenwerdens.
Seit zehn Jahren bemühen sich deutsche Journalisten mutig und unter Einsatz der eigenen Reputation, endlich Licht hinter die Anschläge des 11. September zu bringen. Ihr Drang nach Wahrheit ist so stark, dass dabei sogar die Trauer vergessen geht.
Der 11. September ist das einschneidende Ereignis unserer Zeit. Er hat Leben verändert, Politik, Gesellschaften, Wertesysteme. Zehn Jahre danach wird uns die epochale Bedeutung bewusst.
Es sind schwierige Zeiten für den Liberalismus: Zu Recht misstraut er der Macht – und weiß doch genauso um die Bedeutung von Recht und Ordnung. Zehn Jahre nach dem 11. September kann liberale Politik sich in der Rückkehr zur Normalität profilieren.
Das Mitgefühl mit Amerika nach dem 11. September war von kurzer Dauer. Schnell hat sich die internationale Gemeinschaft in Verharmlosungen, Ressentiments und Überspitzungen verstiegen. Und auch zehn Jahre später ist Antiamerikanismus immer noch en vogue.
Nichts ist so weltbewegend, dass es in unseren massenmedialen Zeiten nicht über kurz oder sehr kurz zum Entertainment verkommt.
Kurz vor dem 10. Jahrestag der Anschläge von New York wird in Berlin ein Anschlag vereitelt. Damit bleibt die deutsche Hauptstadt auch weiterhin verschont. Angst ist dennoch auch hier ein ständiger Begleiter.
Al-Qaida wollte die Welt verändern. Eine historische Zäsur sind die Anschläge vom 11. September aber nie geworden; dazu gibt es in Zeiten der Globalisierung zu viele Entwicklungen, die uns und unsere Welt prägen. Die Mission der Terroristen ist gescheitert.