„Vervielfältigung ist insofern ein Fortschritt, als es die Verbreitung des Einfältigen ermöglicht.“ Karl Kraus
In der Schweiz soll das Elter die Begriffe Vater und Mutter ersetzen. Auch der Europarat will im Namen der Geschlechtergerechtigkeit die Sprachbenutzer umerziehen. Hinter beiden Projekten verbirgt sich ein Gleichheitswahn, der letzten Endes unmenschlich ist.
Sprache bedingt Wahrnehmung und Bewusstsein, ergo ist eine Gesellschaft, deren Sprache von maskulinen Begriffen geprägt ist, auch männlich dominiert. Um Gleichberechtigung zu erzielen, muss also eine geschlechtsgerechte Sprache her – die schweizerische Nationalrätin Doris Stump verteidigt ihre These gegenüber der Polemik unseres Kolumnisten Alexander Kissler.
Wie soll Gender-Mainstreaming zur Lösung der aktuellen Probleme beitragen? Was hat die Gesellschaft davon, wenn schon Kindern die Gewissheit ihrer geschlechtlichen Identität genommen wird? Die Politik sollte ihre Anstrengungen und ihr Geld lieber in Bildung stecken, um den Einsturz unserer Demokratie zu verhindern.
Im Gesetzbuch ist festgelegt, dass ein Embryo nur zu dem Zwecke, eine Schwangerschaft herbeizuführen, künstlich erzeugt werden darf. Mit dem Urteil des Bundesgerichtshof zur Präimplantationsdiagnostik ist dieser Text nun ad absurdum geführt.
Nach dem Verfassungsgerichtsurteil, das Schwulen die gleichen Erbrechte wie heterosexuellen Paaren zuspricht, wollen einige Politiker nun auch das Steuerrecht entsprechend verändern. Damit würden aber die Gründe für die Steuerprivilegien Verheirateter verwässert.
Unserem Kolumnisten reicht sein Kolumnistendasein offenbar nicht. Neidisch blickt er auf alle Würdenträger, die dieser Tage eine Neujahrsansprache halten dürfen. Aber Versuch macht kluch – zum Ortsparteivorsitzenden und höheren Weihen ist eben nicht jeder geboren.
Vor lauter Euphorie über die geschassten Diktatoren im Nahen Osten achten wenige auf die Situation von religiösen Minderheiten. Doch auch sie verdienen einen Neuanfang.
Keine andere Bevölkerungsgruppe ist in ganz Europa derart verbreitet und dennoch marginalisiert. Die Gesellschaft weiß nur wenig über die Roma – dabei wächst ihre Zahl stetig.
Es ist egal ob wir – die Roma – gebildet sind. Deutsche Juden waren hochgebildet; vor dem Holocaust hat sie das trotzdem nicht gerettet. Roma sind zur gleichen Zeit kaum zur Schule gegangen. Dennoch sind sie in den gleichen Konzentrationslagern gelandet.
Noch immer haben viele Roma mit einem Teufelskreis aus Ausgrenzung und Armut zu kämpfen. Es ist an der Zeit, dass sie selber Einfluss auf ihre Zukunft nehmen können – auch politisch.