Die gesellschaftliche Akzeptanz neuer Technologien erfolgt in Wellen der Paradoxie. Wir lieben unsere Friends und Follower, aber wir haben zugleich oft das Gefühl, dass das ständige Posten, Updaten und Twittern Züge unkontrollierten Suchtverhaltens annimmt.
Das Internet senkt die Schwelle zum Protest. Innerhalb weniger Tage finden sich Hunderttausende Gleichgesinnte. Doch die Aktionen verpuffen wirkungslos, wenn sie nicht mit dem klassischen Straßenprotest kombiniert werden.
Blogger und Politiker aller Länder, vereinigt euch. Lars Klingbeil, SPD-Politiker und Obmann der Enquete Internet und digitale Gesellschaft, fordert eine gemeinschaftliche Anstrengung, um Gesellschaft und Politik ins digitale Zeitalter zu führen.
Die Diskussion um das Internet ist zu einseitig. Wer immer nur über die Gefahren redet, übersieht die Chancen, die neue Medien bieten. Anstatt über unsinnige Web-Sperren zu streiten, regt CDU-Politiker Michael Kretschmer zu mutigen Innovationen an.
Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs und Mitglied der Enquete-Kommission Internet, ärgert sich über Politiker mit wenig digitalem Sachverstand und viel Aktionismus. Was Partizipation im Netz bewirken kann, wie sie gegen starke Lobbygruppen ankämpft und was Sicherheit im Web eigentlich bedeutet, erklärt sie im Interview mit Martin Eiermann.
Das Beispiel Estland zeigt, wie Abstimmungen und Wahlen über das Internet die Demokratie bereichern können. Zwar können wir uns nicht so einfach mit den Balten vergleichen, doch mit zusätzlichen Tools und mehr Technikoffenheit könnte es auch den Deutschen gelingen, von dieser Entwicklung zu profitieren.
Der Professor für Angewandte Informatik mit dem Schwerpunkt Informationsmanagement und Telekommunikation im Fachbereich Mathematik und Informatik der Universität Bremen ist Direktor des gemeinnützigen Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib ) an der Universität Bremen sowie Vorstandsvorsitzender der Stiftung Digitale Chancen. Die jüngste Veröffentlichung beinhaltet eine Analyse der Erfolgsfaktoren von Online-Beteiligung, ein laufendes Projekt die Bürgerbeteiligung bei lokalen Klimaschutzprogrammen in Deutschland, Österreich und Spanien.
Das Schlagwort Digitale Partizipation ist zu einem ideologischen und undifferenzierten Kampfbegriff geworden. Ausschließlich digitale Partizipation ist nicht nur ineffektiv, sondern auch nicht zu legitimieren. Erst im Medienverbund kann wahre Demokratisierung stattfinden.
Unser Kolumnist antwortet auf die Parteikritik von Christian Wulff: Wie aufrichtig kann jemand ein System kritisieren, der mit ihm groß geworden und tief darin verwurzelt ist? Und warum hängt das Bürgerforum immer noch in der Warteschleife fest?
Partizipation findet im Netz statt, klar. Doch wer von uns hat überhaupt schon einmal eine Petition online unterzeichnet? Kaum jemand. Das muss sich ändern. Ein Plädoyer für ein sozialdemokratisches Dafürsein im Netz.