Ist die Deutsche Einheit gescheitert? Im Osten stagniert die Wirtschaft, die Bevölkerung schrumpft, Steuergeld verschwindet in Fässern ohne Boden. Doch das Erreichte ist keineswegs enttäuschend. Die Erwartungen waren einfach viel zu hoch. Im Osten Deutschlands vollzieht sich der radikalste Strukturwandel der Wirtschaftsgeschichte. Persönliche Opfer und politische Fehler waren unvermeidbar. Eine Zwischenbilanz.
Nicht nur zwischen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy stimmt es nicht. Auch zwischen den beiden Völkern herrscht zunehmend Unverständnis. Spätestens wenn es Mitte des Jahrhunderts mehr Franzosen geben wird als Deutsche, wird sich das Verhältnis vollends verändert haben.
Die Solidargesellschaft ist auch durch Reformen am Arbeitsmarkt und in der Gesundheitsvorsorge nicht in Gefahr. Wir bekennen uns weiterhin zum Ethos der sozialstaatlichen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts. Daran müssen sich auch zukünftige Reformvorschläge messen lassen.
Nach Schulzeitverkürzung, Bologna-Reform und Aussetzung der Wehrpflicht erleben wir einen Wandel der Bildungsbiografien. Das könnte Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung haben. Stehen wir am Beginn einer demografischen Wende?
Zu lange wurde die Betreuung demenzkranker Menschen auf die körperliche Dimension reduziert. Dabei vergessen wir, dass es auch um die Kommunikation geht – trotz aller Hürden des Alters. Die Pflegekassen und die Politik müssen einen erweiterten Pflegebegriff verinnerlichen.
Durch den demografischen Wandel steigt die Zahl der Menschen mit Demenz. Doch eine öffentliche Debatte über eine Ausweitung der Pflegeleistungen und der Akzeptanz findet nicht statt. Das muss sich ändern – denn jeder kann einmal betroffen sein.
Es ist passiert. Unser Kolumnist wurde zum ersten Male alt getauft und damit in die Sinnkrise geworfen: Ist ein Jung-Dreißiger wirklich schon alt?
In Europa geschieht das, was China durch die Ein-Kind-Politik durchzusetzen versuchte. Doch nun stellen beide Regionen fest, dass keine Kinder auch keine Lösung sind.