„Ich habe als Bundesminister 80 Prozent meiner Kraft dazu verwendet, gegen Unfug anzukämpfen.“ Ludwig Erhard
Die Grünen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Nun gilt es, politische Lagerbildung zu verhindern, um anschlussfähig zu bleiben. Ein Aufruf an die Realos der Partei.
Die Führungsfiguren der schwarz-gelben Koalition passen so gar nicht zum traditionellen Weltbild der Konservativen. Die Hintergründe über die neue Prinzipienlockerheit im bürgerlichen Lager.
Schwarz-Gelb ist nicht mehr als ein Rückfall in die Bonner Republik, ein Projekt der guten alten Bundesrepublik und ein Signum des Übergangs. Der Sieg des alten bürgerlichen Lagers kündet bereits dessen Ende.
Noch nie haben sie so viele Wählerstimmen bekommen und noch nie schien die Regierung so fern. Die Grünen sind im neuen Fünfparteiensystem vor allem eines: ratlos.
Warum die “Bürgerliche Gesellschaft” für die Fragen der Zukunft am besten gewappnet ist.
FDP-Chef Guido Westerwelle hat sich gewandelt: vom politischen Provokateur der Kohl-Ära über den Spaß-Politiker der Jahrtausendwende zum seriösen Mehrheitsbeschaffer für das bürgerliche Lager. Mit dem Vorurteil, der FDP ginge es allein um die Macht, räumte er auf. Jetzt richten sich an Guido Westerwelle und seine Mannschaft große Erwartungen.
Die Atomkraft gehört zum Markenkern der Union. Sagen einige Konservative aus der CDU und schmähen ihren Umweltminister, der anders denkt. Es ist ein Kampf der Ewiggestrigen gegen die Modernisierer in der Partei. Norbert Röttgen wird ihn für sich entscheiden.
Dem Begriff des Bürgerlichen haftet immer noch viel negativer Ballast an. Ob der Begriff daher als Identifikation von Parteien taugt, ist fraglich. Doch gleichzeitig bezeichnen sich 80 Prozent der Deutschen selbst als bürgerlich. Das ist gut so: Das Bürgertum bezeichnete ursprünglich den mündigen, unabhängigen Staatsbürger, von dem auch die Demokratie lebt.