Für den medienkritischen Dokumentarfilm “Starsuckers” versorgte der 33-jährige Regisseur Atkins zwei Jahre lang britische Zeitungen mit erfundenen Promi-Geschichten. Mit versteckter Kamera filmte er Verhandlungen mit Redakteuren und entlarvte so viele Boulevard-Zeitungen, die gute Geschichten drucken, ohne ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Mit The European spricht Atkins über die vergiftende Wirkung verlogener Medien auf die Gesellschaft.
Der Rücktritt Guttenbergs ist zu begrüßen. Zwei Wochen lang stellte sich der Verteidigungsminister nicht der Verantwortung, jetzt hat er endlich die Konsequenzen gezogen. Es bleibt zu hoffen, dass wir die richtigen Lehren aus der Affäre ziehen. Politik lebt nicht von der Inszenierung, sondern von der Detailarbeit.
In der Republik wird hinter vorgehaltener Hand getuschelt: Ob Boulevardmedien oder iSharegossip – wir lieben Klatsch und Tratsch. Gerade heute ist es deshalb wichtig, die menschlichen Abgründe zu kennen und zu erforschen.
Alle schreiben über Fukushima – in Deutschland regiert die Weltuntergangsstimmung, in den USA dominieren dramatische Rettungsgeschichten. Zwei Aspekte gehen dabei verloren: Eine Diskussion der eigentlichen Risiken – und die Aufmerksamkeit für die Opfer des Bebens. Es geht uns nicht um das Schicksal der Japaner – sondern um uns selbst.
Spiegel Online ist zum Schatten seiner selbst geworden. Die konsequente Hinwendung zum Boulevard verkauft die eigenen Leser für dumm und lässt die Möglichkeiten des Online-Journalismus weitgehend ungenutzt. Ein Leitmedium sieht anders aus.