Der Kommunikations- und Medienberater war zwischen 2002 und 2006 erst stellvertretender Chefredakteur und dann Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau“. 2011 und 2012 war Storz als Autor an Studien der Otto Brenner Stiftung beteiligt. Darunter: „Drucksache Bild − eine Marke und ihre Mägde“, und: „Bild und Wulff − Ziemlich beste Partner“. Storz begann seine journalistische Laufbahn bei der Badischen Zeitung in Freiburg und arbeitete unter anderem für den “Südwestfunk” und die “Zeit”. Der promovierte Sozialwissenschaftler wurde 1954 in Tuttlingen geboren.
Er hat beide Seiten der Macht gesehen. Spreng machte zunächst die klassische Journalisten-Karriere: vom Bonner Korrespondenten hin zum „Bild am Sonntag“-Chefredakteur. Nach seiner Zeit als Journalist war er unter anderem Wahlkampfleiter bei Edmund Stoiber (2002). Seit 2009 betreibt er Deutschland bekanntesten Politik-Blog, den „Sprengsatz“ und ist regelmäßig in politischen Talkshows zu sehen.
Gerade Journalisten messen der „Bild“-Zeitung große Bedeutung zu, nicht nur Politiker und Showbiz-Größen. Die „Bild“ ist im Alter milder geworden, wenn auch nicht sanft.
Natürlich dürfen auch Politiker umsonst bei Freunden übernachten. Natürlich haben sie das Recht auf eine Lebensgeschichte mit Brüchen und Unebenheiten. Ansonsten werden wir in einer aseptischen Republik leben, in der es so langweilig wird, dass selbst die Bild-Zeitung nichts mehr zu schreiben findet.
Der „Bild“-Nimbus ist angekratzt – die wirklich wichtigen Themen werden längst von anderen besetzt. Gleichzeitig ist der Boulevard dank Facebook und Co. allgegenwärtig. Ob es einen 100. Geburtstag geben wird?
„Bild“ kennt nur ein Gebot: Du darfst nicht langweilen. Deshalb inszeniert „Bild“, deshalb bricht „Bild“ alle Regeln, deshalb fuchtelt die Zeitung täglich mit dem Benzinkanister. Und doch, die Erfolgskurve fällt ab.
Das farblose Staatsoberhaupt hat seinen Anstrich verpasst bekommen. Weil er Selbstimportanz nicht mit Selbstdisziplin in Einklang bringen konnte.
Die „Bild“ in jedem deutschen Briefkasten? Eine selbstbewusste Haltung: Wir sind „Bild“! Und ja, sie ist noch immer Sprachrohr der Massen: auch weil sie an die Interessen der Leser denkt und nicht an das, was ein paar Tausend Journalisten für wichtig halten.
„Bild“ ist nicht der Quotenrenner unter den Beschwerden beim Deutschen Presserat. Oft überschreitet „Bild“ ganz bewusst die Linie des Erlaubten. Presserat und „Bild“ stehen deshalb in einer ständigen, durchaus konstruktiven Diskussion.
Wer nicht selber kocht, kann sich nicht aussuchen, wer serviert. Also berufen sich die Empörungs-Journalisten auf die Bild-Zeitung. Emotionale Aufgeregtheit ist aber billig, die Recherche hingegen teuer. Und wichtiger.