Die Bundesregierung will in Afghanistan nicht von einem „Krieg“ sprechen, sondern von „Friedenseinsatz“, „Stabilisierungseinsatz“ oder „Mission“. Diese Worte sollen den Einsatz legitimieren. Bloß nicht an Opfer, Tod und Grausamkeit denken. Doch seit Franz Josef Jung bei einer Trauerfeier von “gefallenen” Soldaten gesprochen hat, steht die Regierung vor einem Dilemma.
Wenn US-Soldaten in Afghanistan Taliban begegnen, wirken diese zunächst wie unwirkliche Figuren in einem Computerspiel. Oft zeigt sich erst, wenn die Jagd zu Ende ist, dass ein Teenager blutig am Boden liegt – und seine Waffe nicht geladen war. Ein Kriegsreporter hat die Soldaten begleitet und dabei Erstaunliches auf dem Handy eines vermeintlichen Taliban gefunden.
Der ausgebildete Politologe und ehemalige Berufsoffizier arbeitet heute als Kriegsreporter. In dieser Funktion berichtete er unter anderem für ARD und ZDF aus Irak und Afghanistan, sowie für das Magazin „Stern“ aus Bosnien und Kosovo. Als Mitglied eines niederländischen Journalisten-Teams vom Radiosender VPRO erhielt Hutsch mehrere Auszeichnungen, unter anderem im November 2008 den „Welt-Audio-Preis“.
Mehr als zehn Jahre nach dem Start des Afghanistankrieges ist die Hoffnung für einen guten Ausgang des Einsatzes fast völlig aufgebraucht. Wenn sie nicht schon abgezogen sind, bereiten sich die beteiligten Ländern auf den Abzug vor.
Der Rückzug aus Afghanistan ist keine echte Option, aber auch Zehntausende Truppen werden es nicht richten können. Wir müssen uns daher auf realistische Ziele konzentrieren und aufhören, über Präsident Karsai herzuziehen: Denn das Nationbuilding wird nicht funktionieren. Stattdessen müssen wir Deals abschließen – und dafür auch die Taliban bestechen.
Die Idee vom Frieden trägt die Linkspartei wie einen Schutzschild vor sich her. Dabei ist es gerade die so verhasste Bundeswehr, die am Hindukusch den Universalismus der Menschenrechte verteidigt.
Der Georgetown-Professor Stephen Wayne begleitet seit Jahrzehnten die mächtigen Männer im Weißen Haus. Im Gespräch mit The European zieht der bekennende Hillary-Clinton-Fan eine gemischte Bilanz zu Obamas erstem Amtsjahr. Das Interview führte Helge Fuhst.
Helen Thomas ist die Grande Dame des amerikanischen Journalismus – seit John F. Kennedy hat sie über jeden Präsidenten berichtet und nun auch ein Buch mit Ratschlägen für Präsident Obama verfasst. Im Interview mit The European erzählt sie, warum Obamas überparteilicher Ansatz nicht klappt, sie beim Thema Gesundheit enttäuscht ist und was der junge Präsident noch tun muss, um einer der Großen zu werden.
Barack Obama hat sich viel vorgenommen in der Außenpolitik. Doch er kommt mit seinen Plänen nicht entscheidend voran: In Afghanistan wird weiter gekämpft, eine Lösung der Nahostfrage lässt auf sich warten. Alleine schafft er es nicht. Europa muss ihm helfen.