Jeder Herrscher braucht Verbündete. Je größer die Verantwortung, desto mehr Verbündete braucht er. Silvio Berlusconi

Madame oder Madame?

Der Kampf französischer Feministinnen hat sich gelohnt: Frauen müssen auf administrativen Formularen nicht mehr ihren Ehestand angeben.

Im letzten Jahr lancierte der feministische Verein Osez le féminisme [Wagt den Feminismus] zusammen mit den Chiennes de garde [Wachhündinnen] die Kampagne „Mademoiselle, la case en trop“ [Mademoiselle, das Kästchen zu viel]. Hintergrund: Während französische Männer auf administrativen Formularen lediglich Monsieur ankreuzen müssen, haben Frauen die Wahl zwischen Madame (verheiratet) und Mademoiselle (unverheiratet). Viele Frauen empfanden diese Angabe ihres Ehestandes als sexistisch – in Deutschland beispielsweise wurde Fräulein schon in den 1970er Jahren aus solchen Verwaltungsformularen gestrichen.

Gestern hat Premierminister François Fillon nun eine neue Verordnung durchgesetzt: Mademoiselle verschwindet von den Formularen. Die Redaktion von rue89.com hat dies zum Anlass genommen, einen drei Monate alten Text zum Thema von Alix Debeunne erneut zu veröffentlichen: Damals hatte die Ministerin für Solidarität, Roselyne Bachelot, die feministische Kampagne unterstützt. Osez le féminisme schrieb:

Tatsächlich werden Männer und Frauen 2011 in Frankreich immer noch nicht über einen Kamm geschoren: einfache Staatsangehörigkeit für die Männer, doppelte Staatsangehörigkeit für die Frauen!

Die Wahl zwischen Mademoiselle und Madame, so das Argument der Feministinnen, zwinge die Frauen dazu, ihre persönliche Situation offen zu legen. Das fand auch Roselyne Bachelot, die in einer Fernsehsendung sagte:

Das ist folglich ein Eingriff in das Privatleben, denn man fordert die Person dazu auf, sich als verheiratet oder nicht-verheiratet einzuordnen. Es ist wahr, dass der Mann diese Wahl nicht treffen muss. […] Ich möchte Gleichheit überall.

François Fillon hat sich dieser Forderung nun gebeugt, Frankreichs Feministinnen (und Feministen) triumphieren.

Den vollständigen Artikel lesen sie auf rue89.com. Eine ausführliche Meldung zu der gesetzlichen Änderung findet sich auf figaro.fr.

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